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Einsatzzentrale Basisraum (EZ/B)


Grafik: Martin Rosenkranz
Mitte der 70er Jahre einigte man sich auf eine Flugverkehrskontrollzentrale, welche in der Schnirchgasse in Wien errichtet wurde. Schon vorher war klar, dass das Gebäude den militärischen Erfordernissen für einen Verteidigungsfall nicht gerecht wird. Der Vorschlag den Fla-Bunker in der Stiftkaserne zur Zentrale auszubauen fand keine Berücksichtigung.

Deswegen und weil das Raumverteidigungskonzept inzwischen Formen annahm sah man sich nach einem Standort für eine "Ausweichzentrale" im "Basisraum" um - und wurde bei St.Johann i. Pongau fündig.
Unter der Regierung Kreisky begannen 1974 die Planungen für die Einsatzzentrale/Basisraum (EZ/B) und ab Juni 1977 fanden Bauarbeiten statt.

Die EZ/B besteht aus über und unterirdischen Bauwerken, deren Herz ein mehrere hundert Meter tief im Tauern-Massiv verborgener Bunker darstellt - nur erreichbar durch einen rund 1km langen Tunnel. Die Anlage ist von außen mehrfach gesichert und vor Luftverunreinigungen bis hin zu ABC-Verseuchungen geschützt und kann im Notfall die Unterbringung von mehreren hundert Personen für einen längeren Zeitraum gewährleisten. Im Heeresjargon wird die Anlage als "Der Berg" bezeichnet.
1978, während sowohl über als auch unter Tage noch gebaut wurde, kam es zu Änderungen in der Planung. Nun sollten auch andere Elemente der "Umfassenden Landesverteidigung" in der EZ/B Platz finden.
Im Oktober 1980 waren die Bauarbeiten soweit abgeschlossen, dass mit der Installation der Technik begonnen werden konnte. Es waren noch während der Bauphase zusätzlich die räumlichen und fernmeldetechnischen Erfordernisse für ein staatliches Krisenmanagement geschaffen worden. Im Anlassfall soll ein Krisenstab aus Bundespräsident, Regierungsmitgliedern, Spitzenbeamten in Schlüsselpositionen sowie Experten im Bunker untergebracht werden und so die Handlungsfähigkeit der Republik Österreich sicherstellen.

Weiters wurde Platz vorgesehen für das "Zentrale Ausweichsystem" (ZAS). Das Bundeskanzleramt sowie sämtliche Ministerien können hier regelmäßig ihre wichtigsten computerisierten Daten sichern und schützen. 1984 nahm die EDV-Zentrale ihren Probebetrieb auf.

Control and Reporting Center (CRC)

Wie ursprünglich geplant befindet sich hier die Luftraumüberwachungszentrale (Control and Reporting Center / CRC). Sie nahm ihren Vollbetrieb im November 1987 auf und ist - nur unterbrochen durch Übungen - 24 Stunden pro Tag und 7 Tage die Woche im Dauerbetrieb.
Zweites, permanent im Betrieb befindliches, wichtiges militärisches Element ist die Wetterdienstzentrale des Bundesheeres - im Betrieb seit 1986.
Ausserdem beherbergt "der Berg", seit der Auflösung der "Luftabteilung" auch die Einsatzzentrale der Luftstreitkräfte (Air Operations Center / AOC).

Control and Reporting Post

Um bei Übungen in der EZ/B oder bei technischen Arbeiten weiterhin die Aufgaben der Luftraumüberwachung wahrnehmen zu können, befindet sich am Kolomannsberg ein permanenter Außenposten (Control and Reporting Post). Dieser kann bei Bedarf kurzfristig oder über längere Zeiträume die Luftraumüberwachung vollständig übernehmen.

Military Control Center (MCC)

Als Schnittstelle bzw. das Bindeglied zur zivilen Flugverkehrskontrolle befindet sich in der Wiener Schnirchgasse das Military Control Center.
Es hilft bei der Koordinierung des militärischen mit dem zivilen Flugverkehrs in dem es z.B. die für luftpolizeiliche Aufgaben oder auch für routinemäßige Ausbildung und Training notwendigen Lufträume mit der zivilen Flugverkehrskontrolle im Rahmen des FUA-Konzeptes*¹ koordiniert.
Via MCC besteht für die zivilen Flugverkehrskontrolle, welche selbst nur über Sekundärradardaten verfügt unmittelbarer Zugriff auf Primärradardaten*², falls Sekundärradardaten*³ ausfallen oder sich als unzureichend erweisen.
*¹) FUA = Flexible Use of Airspace / gemeinsame Nutzung des Luftraumes durch zivile und militärische Bedarfsträger
*³)Primärradar = Sendet einen starken elektrischen Impuls aus, der an einem Objekt reflektiert und als Echo wieder empfangen wird.
*²)Sekundärradar = Eine Abfrage vom Boden wird vom Flugzeug mit einem an Bord befindlichen Sende- und Empfangsgerät (Transponder) beantwortet.

Wetterdienstzentrale (WEDZ)

Die Wetterdienstzentrale des erstellt seine Prognosen für die ganz speziellen Anforderungsprofile des Bundesheeres. Bedarfsträger für diese fachspezifische geophysikalischen Beratung sind hier neben den Fliegerkräften auch das Radarpersonal sowie z.B. auch die Artillerie oder gepanzerte Verbände.
Vor allem für niedrig fliegende Luftfahrzeuge - wie z.B. Hubschrauber - besteht enormer Beratungsbedarf. Dabei werden sowohl die Piloten bezüglich des Flugwetters beraten als auch die Auswirkungen des Wetters auf den Auftrag bewertet.
Auch für den Betrieb der Radaranlagen ist das Wettergeschehen wichtig, denn es beeinflusst die Ausbreitung der elektronischen Signale.

Fotos


Luftraumüberwachungszentrale
© Foto/Bundesheer

Luftraumüberwachungszentrale
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Luftraumüberwachungszentrale
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Luftraumüberwachungszentrale
Bild aus dem Film "On alert", HBF

Wetterdienstzentrale
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Wetterdienstzentrale
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MCC
© Foto/Bundesheer

MCC
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