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Los 3 - Saab's Waffe für die Export Märkte

Der BO2D Schleppköder
Foto: Saab


Der MPEG-2 basierende DiRECT Flugrecorder
Foto: Saab


Gripen mit IRIS-T und METEOR - Lenkflugkörpern
Fotomontage: Saab

Auch wenn bisher kein offizieller neuer Name oder ein neuer Versionsbuchstabe für das Baulos 3 bekannt gegeben wurde, so werden sie trotzdem weithin als "C/D" Modell oder manchmal auch als "Super Gripen" bezeichnet - und das selbst innerhalb der Schwedischen Luftstreitkräfte. Saab intern hingegen werden die Flugzeuge des 3. Bauloses als "Mk.3 Gripen" bezeichnet.

Zu Beginn des Bauloses kommt es zu einer kleinen Änderung was die geplante Auslieferung betrifft. "39227" wird nicht wie ursprünglich vorgesehen an die Schwedischen Luftstreitkräfte gehen sondern als "39-6" die Gripen-Testflotte von Saab verstärken.
Daher wird "39228" zum ersten "Super Gripen" für die Schwedischen Luftstreitkräfte werden, und insgesamt werden somit 49 Einsitzer und 14 Zweisitzer an die Flygvapnet ausgeliefert.

Wichtigste Änderung beim Baulos 3 ist die sogenannte "Mk.4 Avionik". Diese Änderung der Bordelektronik inkludiert das EWS39 (Electronic Warfare System 39) welches vollautomatisch alle Selbstschutzsysteme - z.B. interne und externe Jammer, Störkörperwerfer, Radar-, Raketen- und Laserwarner - aktivieren und steuern kann. Das EWS39 dient auch zur Kontrolle des neuen "BO2D" Radarschleppköders. Diese knapp 2kg schwere Einrichtung kann im Flug an einem rund 100m langen Kabel hinter dem Flugzeug hergezogen werden und erzeugt, wenn das Flugzeug mit Radar angestrahlt wird, ein wesentlich stärkeres Radarecho als das Flugzeug selbst. Der Radarschleppköder wirkt im H, I und J-Band und kann aus den Störkörper-Dispensern in den Waffenpylonen 2L und 2R eingesetzt werden. Eine weitere Verbesserung ist die GECU (General Electronic Control Unit), sie ersetzt drei Kontrollgeräte für die Luft-, Treibstoff- und Hydrauliksysteme durch ein einzige leichtere LRU (Line Replaceable Unit / Bauteil der ohne Werftarbeit und Werkzeug in wenigen Augenblicken getauscht werden kann. ) Die Mk.4 Avionik inkludiert weiters NINS das "Neue Integrierte Navigations-System " und NILS das "Neue Integrierte Lande-System", welche beide auf Basis der Datenfusion der TERNAV, GPS und INS Navigationsdaten arbeiten um eine vollautonome, hochpräzise Positionsangabe sowie die vollautonome Erstellung von ICAO Cat1 Landegleitpfaden zu ermöglichen.

Ab "39227 / 39-6" wird weiters der High-8 Cockpit Video-Rekorder durch einen neuen MPEG-2 basierenden DiRECT Flugrecorder mit digitalem Massenspeicher ersetzt.

Von außen erkennbar werden die "Super Gripen" durch die Fähigkeit mehr Waffen tragen zu können, und das sowohl was das Gewicht als auch die Typen betrifft. Teil dieses Updates ist die Ausrüstung der Baulos 3 Gripen mit NATO-Standard-Pylonen welche den bisherigen schwedischen Standard ersetzen sowie das erhöhte Abfluggewicht von 14.000kg.
Die neue Waffenphalanx des "Super Gripen" wird die Luft/Luft Lenkwaffen IRIS-T und METEOR sowie die neue Abstandslenkwaffe "TAURUS" KEPD-150 / -350 integrieren sobald diese verfügbar sind. Derzeit ist der Gripen eine der Testplattformen für diese Waffensysteme.


Zeiss Optronic hat die Lizenz zur Produktion des "Litening" Infrarot-Navigations und Zielbeleuchtungsbehälters erworben.
Grafik: Rafael
Weiters haben die Schwedischen Luftstreitkräfte die Integration von Laser-gelenkten Bomben der Typen GBU-12 (227 kg), GBU-16 (454 kg) und GBU-10 (907 kg) beantragt und finanziert. Um diese Munition zu lenken hat Zeiss Optronic die Lizenz zur Produktion des Israelischen "Litening"-Pods für die Schwedischen Luftstreitkräfte erworben. Der "Litening" inkludiert ein vorwärtssehendes Infrarotgerät (FLIR), eine Videokamera, einen Laserpeiler, ein Lasersuch- und Folgesystem sowie einen Langreichweiten Daten- und Video-Downlink in einem einzigen Außenlastbehälter und ist somit eine ideale Lösung für ein leichtes Kampfflugzeug wie den Gripen. Der Pod wird vom Gripen am Sensorpylon 4 unter dem rechten Lufteinlass getragen.

Ebenfalls am Pylon 4 oder wahlweise auch zentral am Pylon 5 kann der Baulos 3-Gripen den modularen Vinten Vicon 70 Serie 72C Aufklärungs- und Überwachungsbehälter tragen, welcher gleichzeitig oder im Wechsel mit 70mm Film, Videoband, einem Infrarot-Zeilenabtaster, Weislichtscheinwerfer, Infrarot-Blitz und/oder vorwärtssehendem Infrarotgerät (FLIR) ausgerüstet werden kann.

Weiters besteht bei den Schwedischen Luftstreitkräften ebenfalls die Absicht GPS-gelenkte Munition zu beschaffen, sehr wahrscheinlich wird das die JDAM als auch JSOW-Waffenfamilie betreffen.

Kentron Waffen die in den Gripen integriert werden könnten.
Grafiken: Kentron
Für die Südafrikanischen Gripen wird weiters nicht näher spezifiziertes, Kentron-Equipment in das System integriert. Saab möchte wegen Kundenwunsch nicht näher auf diese Kapazitäten eingehen, Insider benötigen weder eine Glaskugel noch einen sechsten Sinn um die Integration der bilddarstellenden Infrarotkurzstreckenrakete "V-3E A-Darter" und der aktiv-radargelenkten Mittelstreckenrakete "A-4 R-Darter" in die Südafrikanischen Gripen vorherzusehen. Im Kentron-Portfolio findet sichausserdem ein Anzahl an präzisionsgelenkten Luft/Boden-Waffen, wie zum Beispiel die "RAPTOR" eine präzisionsgelenkte Gleitwaffe für lange Reichweiten, die "MUPSOW" Mehrzweck Präzisionsschlag-Waffe sowie Kentron's eigenen Bausatz für lasergelenkte Bomben.

Auch wenn diese internen Modifikationen nicht so umfangreich aussehen wie zwischen den letzten 20 Baulos 2 Gripen und den Baulos 3 Gripen so führen sie doch zu einem Flugzeug mit dem BAE SYSTEMS-Saab in der Lage ist uf den Exportmärkten gegen den potentiell größten Kontrahenten, Lockheed Martin's F-16, anzutreten. Der Baulos 3 Gripen scheint ebenfalls geeignet das Loch zwischen den leichten Unterschall-Kampfflugzeugen wie Aero L-159, BAe Hawk 200 oder AMX und den schweren Überschall-Kampfflugzeugen wie Eurofighter Typhoon, Dassault Rafale und Boeing F/A-18E/F zu füllen. Während die kleineren Typen nur fähig sind Assistenz-Bodenangriffs-Einsätze unter einem Überschall-Kampfflugzeug-Schutzschirm durchzuführen bietet der Gripen nahezu die selben Fähigkeiten wie die schwereren Kampfflugzeuge für einen Bruchteil der Beschaffungs- und Betriebskosten eines Kampfflugzeuges mit 20+ Tonnen Abfluggewicht.

Sicherlich wird der Gripen niemals in solch großen Stückzahlen produziert werden wie die F-16 (mit etwa 1.400 auf den Schrottplätzen, 2.800 im Betrieb in 21 Ländern der Welt und einer nach wie vor laufenden Produktion). Aber Saab AB Schulter-an-Schulter mit BAE SYSTEMS bekannt als das "Gripen International" Konsortium sind willens und fähig hart um ihren Marktanteil in laufenden und kommenden Ausschreibungen zu kämpfen.

Laufende Upgrade-Programme

Neben den oben beschriebenen Systemen welche ab Baulos 3 verfügbar sein werden, gibt es noch einige andere Systeme auf die sich Saab konzentriert.

Ausfinanziert durch die Schwedischen Streitkräfte ist die Entwicklung eines fix montierten IRST-Systems. Das sogenannte IR-OTIS wird seinen Platz vor der Windschutzscheibe leicht versetzt nach rechts haben. Es wird zu einer weiteren Steigerung des Situationsbewusstseins führen da es dem Piloten edie Möglichkeit gibt mehrere Luftziele passiv zu erfassen und zu verfolgen ohne sich des Radars und seiner verräterischen Emissionen bedienen zu müssen. IR-OTIS wird außerdem über das Helmvisiersystem, welches sich ebenfalls in Entwicklungsstadium befindet, steuerbar sein. Das ODEN Helmvisiersystem ist sowohl als Displaysystem als auch als Leitsystem ausgelegt. ODEN wird ein Kernstück für die Nutzung von hochagilen Kurzstreckenraketen sein da nur mit ODEN der Rakete Luftziele in der gesamten vorderen Hemisphäre zugewiesen werden können. Soweit bekannt ist wird sich die Symbolik des ODEN-Systems hauptsächlich auf Waffen- und Zielmodis beschränken und keinerlei Flugdaten darstellen wie sie üblicherweise auf dem HUD zu finden sind. ODEN wird daher primär ein Zielsystem sein, welches das HUD nicht ersetzen soll.

Das ODEN-Helmvisiersystem

Der Gripen der Zukunft könnte vielleicht so aussehen.

Eine Studie im Auftrag des Schwedischen Heeresmaterialamtes ist das sogenannte AESA-Radar (Active-Electronically-Scanned-Array / Aktive-Strahlschwenkung ) neuerdings auch als NORA (Not Only a RAdar / "Nicht nur ein Radar" ) bezeichnet. Die Studie wird zu einem Demonstrator-Prototyp führen welcher ab 2004 für Flugtests bereit stehen soll und könnte das derzeit eingebaute Ericsson/GMAv PS-05A Pulsdoppler Multimode Radar ab 2010 oder später durch ein weit leistungsfähigeres System ablösen wenn die Schwedischen Luftstreitkräfte das System beschaffen. Das AESA/NORA System wird sowohl als Sensor-System als auch als komplettes System zur elektronischen Kampfführung, inklusive Störstrahlung und Datenlink-Kommunikation, beschrieben. Das System wird, wie in der Rafale oder der F-22, mit elektronischer Strahlschwenkungstechnik arbeiten und aus ungefähr 1.000 Sender/Empfänger-Modulen bestehen. Doch anders als bei Rafale oder F-22 wird die Antenne nicht fix sondern auf einer horizontal schwenkbaren Plattform sitzen. Somit hat das Radargerät einen Erfassungsbereich von horizontal weit über 200° und wird in der Lage sein selbst schräg hinter dem Flugzeug Kontakte zu erfassen.
AESA/NORA offeriert überlegene Leistung indem es Kernkompetenzen von Ericsson, wie Strahlagilität, Strahlspreizung, Mehrkanalverarbeitung, zielspezifische Wellenformen, geringen Radarquerschnitt, gesteigerte Erfassungsreichweite und Volumen, verbesserte Verfolgungsleitung und bessere Störresistenz kombiniert. Es wird in der Lage sein Such- und Folgemodis, Bodenfolge- und Anti-Bodenkollisionsmodis, Waffenlenkmodis, Boenbildmodis, Datenlinkmodis sowie Elektronische-Gegen-Gegenmaßnahmen-Modis gleichzeitig parallel zu betreiben.

Um die Selbstverteidigungs-Kapazitäten zu verbessern ist weiters ein Raketenanflug-Warnsystem mit drei Sensoren sowie ein Laser-Warnsystem mit vier Sensoren in Entwicklung. Beide System sind Optional für Kunden erhältlich und werden an die offene Architektur des automatischen Selbstverteidigungssystems "EWS39" angeschlossen. Beide System sind nicht im Rahmen der Baulos 3 Kapazitäten erwähnt, da es noch nicht klar ist ab wann diese System verfügbar sein werden.

Gripen vs. Typhoon vs. Falcon
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Letzte Aktualisierung: 13.01.2002