70 Jahre „Doolittle Raid“
Am 18. April 1942 griffen die USA erstmals Japan an.

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Die Doolittle Raiders auf der Hornet James H. Doolittle befestigt japanische "Freundschaftsmedaillien" auf einer 500lb Bombe. B-25B auf der USS Hornet Versorgung mit B-25 Ersatzteilen durch das Navy-Luftschiff L-8 B-25 verzurrt an Deck Betankung der USS Enterprise während der Fahrt Eine B-25 hebt ab. Start Richtung Japan.
Alle S/W Fotos bisher: Official U.S. Navy Photograph, from the collections of the Naval History and Heritage Command. Das "Norden" Bombenzielgerät Der "Norden"-Schwur der Bombardiere. Ein simples Visier aus Blech musste über Japan reichen. Besenstiele statt Maschinengewehren.
Alle Farbfotos bisher: Martin Rosenkranz

Ein der wenigen erhaltenen Fotografien des Angriffs - im Bild der Militärhafen von Yokosuka.


Die Nachricht der Exekution einiger gefangener Doolittle Crewmitglieder durch die Japaner führte zu umsatzstärksten Verkauf von US-Kriegsanleihen im Verlauf des gesamten zweiten Weltkrieges.
Zeigenössisches US-Kriegsanleihen Werbeplakat.

80 Silberbecher zu Ehren der Besatzungsmitglieder.
Foto: I, Flodadolf / Wikipedia public domain.

Es ist heute kaum vorstellbar. Eine militärisch vergleichsweise schwache USA griff mit kaum nennenswerten Kräften am 18. April 1942 erstmals das dominierend scheinende Japan an. 16 kleine zweimotorige Bomber ohne Jagdschutz auf einer 'Einbahnmission' nach Tokio, bewaffnet mit nur je vier 226kg Bomben, geflogen von Freiwilligen und kommandiert von einem Oberstleutnant der noch nie dem Feind gegenübergestanden war...
Dies ist deren Geschichte, von Martin Rosenkranz für www.airpower.at.

Die dunkelsten Stunden der Alliierten

Der „Doolittle Raid“ wird gerne als Reaktion oder Revanche auf den japanischen Angriff auf Pearl Harbour/Hawaii am 7. Dezember 1941 gesehen. Dies greift jedoch viel zu kurz.

Zum Zeitpunkt des Kriegseintritts der USA befand sich Japan seit nahezu einem Jahrzehnt in einem Krieg mit China. Militärisch waren Deutschland und Japan hochgerüstete Supermächte, denen die Alliierten scheinbar nichts entgegen zu setzen hatten. An sämtlichen Fronten war Rückzug angesagt. Einzig die deutsche Invasion Englands – „Operation Seelöwe“ - konnte abgewendet werden, da die deutsche Luftwaffe nicht in der Lage zu dessen Voraussetzung gewesen war, die RAF in die Knie zu zwingen. Und das deutsche Schlachtschiff Bismark war beim Versuch die Schifffahrtsrouten im Atlantik zu erreichen versenkt worden. Den vergleichsweise kleinen Defensiverfolgen standen jedoch gewaltige Gebietsverluste gegenüber.

Deutschland hatte Polen, Frankreich, die Benelux-Länder, Dänemark, Norwegen und den Balkan überrollt. In Russland standen Hitlers Truppen vor den Toren Leningrads und Moskaus, Rommel trieb in Afrika die Truppen des britischen Empires samt ihren rasch wechselnden Kommandeuren vor sich her und die überlebensnotwendigen Versorgungskonvois im Nordatlantik waren in manchen Monaten wahre Himmelfahrtskommandos für die Besatzungen der englischen Handelsschiffe. Die deutschen U-Boote aus den französischen Häfen drückten mit 100.000en Tonnen an pro Monat versenktem Schiffsraum England die Kehle zu.

Der Angriff Japans in Pearl Harbor ohne Kriegserklärung auf die Alliierten im Pazifik vervollständigte diesen dunklen Albtraum. Es war lediglich ein visionärer Churchill, der meinte durch den Kriegseintritt der USA nun den Krieg gewonnen zu haben. Die US-Pazifikflotte war durch den Angriff auf den Flottenstützpunkt in Hawaii schwer in Mitleidenschaft gezogen. Gleichzeitig waren die Japaner auf den Philippinen gelandet und General Mc Arthur musste in Folge auf Befehl Washingtons flüchten, während seine Truppen in eine unvorstellbar grausame Gefangenschaft gingen, die viele mit dem Leben bezahlten.

Parallel dazu rollten die Japaner auch die asiatischen Übersee-Besitzungen der europäischen Kolonialmächte auf. Französisch Indochina (das heutige Vietnam) war schon im September 1940 von den Japanern besetzt worden. Unmittelbar nach Pearl Harbor folgten dann Malaya (8.Dezember 1941), Siam (heute Thailand) (9. Dezember 1941), die Philippinen und Guam (ab 10. Dezember 1941), Burma (11. Dezember 1941), Borneo (16. Dezember 1941) das britische Hongkong (18. Dezember 1941), Wake (23. Dezember 1941), Niederländisch-Ostindien (heute Indonesien) (ab 11. Jänner 1941), Neu Guinea (23. Jänner 1942) und die "uneinnehmbare" Festung Singapur (30. Jänner 1942 - 15. Februar 1942).
Überall fielen die Japaner ein und rollten binnen Wochen die gesamte Region auf. Die beiden britischen Schlachtschiffe HMS 'Prince of Wales' und 'Repulse', welche zu deren Schutz der Überseegebiete nach Südostasien beordert waren, wurden am 10. Dezember 1941 in einer halben Stunde von japanischen Fliegern aus Saigon mit Torpedos und Bomben versenkt.
Am 19. Februar bombardierten die Japaner im größten Luftangriff seit Pearl Harbor die Stadt Darwin in Australien. Am 26. Februar 1942 gelang Japan was in Pearl Harbor nicht geklappt hatte - der Flugzeugträger USS Langley wurde versenkt. Tags darauf in der Schlacht in der Java See die USS Houston - das größte US Kriegsschiff in der Region.
Hatte man vor Kriegsbeginn Japan noch mit einem Ölembargo belegt, so standen die Alliierten nun vor der Situation, dass der Großteil der weltweiten Kautschukproduktion - für die Gummiproduktion ein kriegswichtiger Rohstoff - nun im japanischen Einflussbereich lag. Und es schien nur noch eine Frage von Wochen bis die ersten Japanischen Truppen ihren Fuß auf Australischen Boden setzen würden. Oder auf Ceylon und damit Britisch-Indien bedrohen. Admiral Nagumos Träger kreuzten bereits durch den indischen Ozean und griffen 4.000 Seemeilen von Japan entfernt Britische Handelsschiffe und Flugplätz der RAF in Indien an.

Im Zentrum all der Eroberungen die Hauptinseln des Invasors Japans, welche zu diesem Zeitpunkt seit 2.600 Jahren keinem Angriff von außen mehr ausgesetzt gewesen waren. Und es sah so aus als sollte das so bleiben – es gab nicht einen Alliierten Stützpunkt welcher auch nur einigermaßen in Reichweite irgend einer Waffe war, welche gegen Japan zum Einsatz gebracht werden konnte.

Ende 1941/Anfang 1942 waren die USA nicht die militärische Supermacht wie wir sie heute kennen bzw. von links und rechts gern kritisieren. Ebenso wie die Demokratien Europas waren ihre Streitkräfte in der Zwischenkriegszeit von den Regierungen sträflich vernachlässigt worden und hatten mit teils total veralteter Ausrüstung auszukommen. Nicht nur, dass die deutschen und japanischen Truppen seit Jahren hunderttausende kampferprobte Soldaten in ihren Reihen hatten – die Gesamtstärke der Streitkräfte welche Adolf Hitler und der japanische Kaiser Hirohito im Feld stehen hatten, übertraf jene der USA um ein Vielfaches. In Washington machte man sich ernsthafte Sorgen, dass einer etwaigen Invasion der US-Westküste nichts entgegen gesetzt werden könne. Es gab nicht einmal genug Infanterie um auch nur die eigene Küste abzudecken. Kaum Geschütze, fast keine Panzer und die wenigen uralt. Die heute mächtige US Air Force war gerade eben von einem Korps zur „US Army Air Force“ „befördert“ worden, war aber nach wie vor nicht eigenständig handlungsfähig.

An der US-Ostküste richteten ab der Kriegserklärung Deutschlands ein Dutzend U-Boote Dönitzs' ein monatelanges Gemetzel unter der küstennahen amerikanischen Handelsschifffahrt an und versenkten binnen sechs Monaten fast 500 Schiffe. Mit Entsetzen beobachtete die Bewohner Floridas die brennenden Tanker vor ihren Stränden, viele Wochen gab es vor den hell erleuchteten Küsten bis hinunter in die Karibik keine Gegenwehr. Dönitz nannte das Unternehmen "Paukenschlag" und es war nicht weniger als die größte US Niederlage auf See der Geschichte.
Und auch an der Pazifik-Küste waren japanische U-Boote aufgezogen. Dass der einzige Erfolg gegen diese U-Boote – die Versenkung eines japanischen U-Bootes durch eine patrouillierende B-25 - vor US-Medien und Bevölkerung geheim gehalten wurde, lag nur daran dass die aufkommende Panikstimmung nicht noch weiter angeheizt werden sollte.

Es waren also die schwärzesten Tage des Krieges für die Alliierten. Man bekam in diesem rasch weltweit expandierenden Krieg die Füße nicht auf den Boden... die Moral war längst dort angelangt. Was es brauchte, war ein herzeigbarer Erfolg. Doch womit? Army und Navy waren im Pazifik in jedem Kontakt mit den Japanern schwer verprügelt worden, Kreuzer-Nachtgefechte mit Torpedos verliefen überaus einseitig. Man sah sich einer japanischen 3:1 Übermacht an Flugzeugträgern gegenüber und musste mit äußerster Vorsicht operieren. Pearl Harbor, der wichtigste Flottenstützpunkt im Pazifik war immer noch demoliert. Und die wenigen Bomber der US Army Air Force hatten keine Basis die auch nur annähernd in Reichweite japanischer Ziele lag.

Die Idee

Es war die Inspiration eines US U-Boot 'Skippers'. Während eines Fluges über einen Navy-Stützpunkt fiel ihm ein auf der Runway aufgemaltes Flugzeugträgerdeck auf, welches für Pilotentraining verwendet wurde. Reicht dieses Stück Piste vielleicht auch zum Start für größere Maschinen?

Seine Idee wurde aufgegriffen, es stand aber von vornherein fest, dass es knapp würde. Von vier in Betracht gezogenen Flugzeugtypen (B-25, B-18, B-23 und B-26) war nach kurzer Überlegung nur die B-25 'Mitchell' geeignet. Zwei B-25 wurden für einen Praxistest auf den Flugzeugträger Hornet verladen, welche sich zu diesem Zeitpunkt noch im Atlantik befand. Die Starts mit verschiedenen Abfluggewichten klappten, wenn auch die rechte Flügelspitze gerade einmal mit nur 2m Abstand an der Insel (der Turm) des Trägers vorbeifuhr. Und die Piloten würden eine spezielle Ausbildung benötigen um das Kunststück zu vollbringen. An einer Landung auf dem Träger war aber gar nicht zu denken. Aber grundsätzlich schien die Idee in die Praxis umsetzbar.
Das "Special Aviation Project # 1" war geboren.

Doolittle

Als Chef des Unternehmens wurde Lt.Col. James H. Doolittle ausgewählt. Doolittle war seit dem 1.Weltkrieg im US Army Air Corps und war – obwohl ohne Einsatz am Feind geblieben – ein US Flieger-Superstar der Zwischenkriegszeit, vergleichbar mit Ernst Udet in Deutschland. Er trat nach dem Krieg aus den Streitkräften aus und verdiente statt eines spärlichen Soldatensalärs gutes Geld mit spektakulären Auftritten auf Flugshows und mit Präsentationsflügen für potentielle ausländische Kunden der US-Flugzeughersteller. Es waren jene Art von Flieger-Stunts, welche nur die wenigsten beherrschen und die weniger begnadeten Piloten allzuoft das Leben kostetet. Verrückte Manöver - welche heute jedem Piloten sehr rasch die Flugerlaubnis kosteten - machten Doolittle zu einer landesweit bekannten Ikone seiner Zeit.

Eigentlich unüblich, wurde Doolittle mit altem Rang wieder in die USAAF aufgenommen als es klar war dass Krieg kommen würde. Zu bewusst war man sich der Popularität dieses Aushängeschilds. So war auch Anfangs nicht daran gedacht, dass Doolittle an dem Feindflug nach Japan teilnehmen sollte. Nach harten Diskussionen mit seinem Chef, General 'Hap' Arnold, gab dieser nach und genehmigte die Teilnahme am Einsatz, obwohl das Risiko bestand nach all den Niederlagen neben einer sehr populären Persönlichkeit auch noch einen der wenigen Flugzeug-Experten der Army zu verlieren. Ein Zugpferd auf welches man im Hinblick auf das anlaufende....gigantische(*)....Ausbauprogramm nicht verzichten konnte.

Der Plan war rasch ausgearbeitet. Ein Flugzeugträger würde 16 B-25 – mehr hatten auf dem Deck nicht Platz und die Aufzüge und Hangars waren zu klein – in Reichweite zu Japan bringen. Der Träger würde etwa denselben Kurs nehmen wie zuvor die japanische Flotte welche Pearl Harbour angegriffen hatte – nördlich, abseits der üblichen Schifffahrtsrouten.

Die Maschinen würden 480 Seemeilen (ca. 890km) vor Japan vom Träger starten, Tokio bombardieren und dann weiter ins unbesetzte China fliegen, wo die USA bereits die „Flying Tigers“ stationiert hatte – eine verdeckte inoffizielle Jagdfliegereinheit mit freiwilligen Piloten und P-40 Maschinen der US Army Air Force zur Unterstützung Ciang Kai Ceks im Kampf gegen Japan. Geflogen ausschließlich von Freiwilligen, würden die 16 Maschinen im Morgengrauen starten, etwa zur Mittagszeit über den Zielen sein und in der Abendsonne - einem Peilsignal folgend – auf einem Flugplatz in China landen. Da die gesamte Operation von vornherein unter strengster Geheimhaltung stand, wurde absolut niemand über Dinge informiert welche er nicht wissen musste. Jedwede Spekulation war verboten und das FBI wurde beauftragt sämtliche möglichen Lecks nachzugehen.

*Zum Zeitpunkt des Angriffes auf Pearl Harbour standen ca. 350.000 Soldaten und knapp 4.500 Kampfflugzeuge im Dienst der United States Army Air Forces (USAAF) und die USAAF hatte ganze 300 Bomben im Iventar. Binnen vier Jahren - bis 1945 - wurde die Organisation der USAAF auf eine Stärke von fast 2,4 Mio. Mann mit über 41.000 Kampfflugzeugen annähernd verzehnfacht.

Die Crews

Es wurden Freiwillige für einen gefährlichen Einsatz mit möglicherweise hohen Verlusten gesucht, trotzdem meldete sich deutlich mehr Personal als benötigt und auch die Ausbildung begann mit einer stärkeren Personaldecke als letztlich erforderlich. Die erste Adresse an der sich die künftigen Crews zu melden hatten war die Eglin AFB in Florida, sie würden jedoch nicht erfahren worum es sich handelt. Im Zuge des Trainings wurden die Geeignetsten nach und nach ausgesiebt, aber selbst am Träger würde noch eine Personalreserve zur Verfügung stehen.

Die B-25B

Die Flugzeugtype welches für den Einsatz ausgewählt wurde war der neueste zweimotorige 'mittlere' Bomber der US Army Air Force. Dem entsprechend hatten sämtliche Crews ständig mit den Kinderkrankheiten des neuen Flugzeugs zu kämpfen. Neben den wenig zuverlässigen Triebwerken war vor allem die prinzipiell mächtige Defensivbewaffnung in der Praxis die Achillesferse der Maschine. Die drehbaren Türme an Rücken und Bauch der Maschine, ausgerüstet mit zwei .50er Kaliber (12,7mm) Maschinengewehren waren praktisch ständig defekt - im elektrisch/hydraulischen System schien der Wurm drin.

Im Bug der Maschine war ein MG montiert welches manuell auf drei verschiedene Positionen im Rumpfbug Verwendung finden konnte. In der Praxis erwies sich das als wenig tauglich. Zum einen dauerte es viel zu lange um mit dem heiß geschossenen MG von einer Position zur anderen zu wechseln, zum andern erwiesen sich die Aufnahmelager der MGs als zu schwach und in Folge rissen die Plexiglas-Kanzeln rund um diese Punkte ein. Probleme welche sich auch mit noch so viel technischer Betreuung nicht zur Gänze in den Griff bekommen ließen.

Zudem war von vornherein klar, dass die Maschinen einigen Modifikationen unterzogen werden mussten. Benötigt wurde mehr Reichweite und somit mehr Treibstoff welche mit geringerer Defensivbewaffnung kompensiert wurde. Ende Dezember 1941 wurden 24 B-25B der 17th Bombardment Group aus Oregon nach Wold-Chamberlain Field in Minneapolis überstellt um in den Hangars der Mid-Continent Airlines einigen Modifikationen unterzogen zu werden. Die Heck MGs der Maschinen wurden entfernt und durch leichtere „Besenstiele“ aus Holz ersetzt – alleine die Optik würde reichen müssen. Der untere MG-Turm wurde entfernt und statt dessen die Treibstoffkapazitäten erhöht. Ein 160 Gallonen Tank wurde über dem Bombenschacht montiert. Ein weiterer 225 Gallonen Tank im Rumpf. Ausserdem wurden die Motoren einer Feineinstellung unterzogen um auch das letzte Quantum Leistung herauszukitzeln.

Ebenso wurde den Maschinen das streng geheime „Norden“ Bombenzielgerät entnommen. Das Geheimnis des mechanischen Computers, welchen die Bombardier-Offiziere an die diese Geräte ausgehändigt wurden mit einem eigenen Schwur mit Einsatz des Lebens zu verteidigen hatten, konnte auf Basis von Flughöhe, Geschwindigkeit, Windrichtung und Windgeschwindigkeit den Auftreffpunkt der Bomben errechnen und diente gleichzeitig als eine Art Autopilot für den Anflug auf das Ziel - via „Norden“ steuerte die letzten Minuten vor dem Abwurf der Bombardier die Maschine zum Ziel – einigermaßen... Nach heutigen Maßstäben veraltet, war das feinmechanische Wunderwerk 1942 militärische Spitzentechnologie welche die USA nicht mal mit ihren engsten Verbündeten England teilten. Das Risiko so ein Gerät in Feindeshand fallen zu lassen war zu hoch. Außerdem sollten die Ziele in Japan im Tiefflug bombardiert werden wofür das Norden-Gerät nicht nötig und ungeeignet war. Statt dessen wurde eine simple Viereinrichtung aus gebogenem Blech – ähnlich dem Visier einer Pistole- im Wert von nur 20 Cent in den Maschinen montiert.

Eglin

Die Eglin AFB am sog. 'Panhandle' im Norden Floridas war auf Basis mehrerer Faktoren als Ort der Ausbildung gewählt worden. Zum einen gewährleistet die nahe Marinefliegerbasis Pensacola, dass Navy-Personal zur Ausbildung der Piloten zur Verfügung stand. Zum anderen war das Gelände in Eglin weitläufig – bestehend aus mehreren Start/Landebahnen und endlosen Übungsgebieten - und so bot sich die Gelegenheit die Crews zu separieren und das Training unbeobachtet von Soldaten anderer Einheiten abzuwickeln.

Nach einer kurzen Besprechung bei welcher die Crews noch einmal eindringlich auf die Geheimhaltung hingewiesen wurde und – wie in weiterer Folge noch mehrmals – die Möglichkeit bekamen „auszusteigen“, begann die Ausbildung sofort mit dem größten Problem: Dem Start einer vollen B-25 auf einer Länge von nur 350ft (106,68m). Ein Pilot der US Navy erklärte das Prozedere und führte es praktisch vor. Mit angezogener Bremse und voll ausgefahrenen Landeklappen würde die Maschinen ihre Motoren auf volle Drehzahl bringen. Nach dem lösen der Bremsen wurde die Nase so früh wie möglich nach oben genommen um den Anstellwinkel zu steigern. Auf diese Art lies sich die B-25 auf nur einem Viertel der sonst üblichen Rollstrecke in die Luft bringen – knapp zwar, aber das würde reichen müssen. Neben etlichen dieser Starts für jede Crew wurde weiteres Hauptaugenmerk im Training auf Navigation und Bombardierung im Tiefflug gelegt.

Der Part der Navy

Anfang April flogen 18 B-25B Richtung nach San Francisco.
Während einer Zwischenlandung auf dem Weg dorthin zeigten sich dann die negativen Folgen der absoluten Geheimhaltung. Auf dem Weg zur Alameda Air Station ausserhalb San Francisco war ein kurzer Zwischenaufenthalt im McClellan Field Maintenance Depot eingeplant worden um die inzwischen 10 Monate alten Propeller gegen nagelneue zu tauschen. Ausserdem wurden bei allen Maschinen, welche Probleme mit dem oberen Geschützturm hatten, die entsprechenden Hydraulikventile getauscht. Und obwohl den Depotverantwortlichen aufgetragen wurde keine weiteren Arbeiten vorzunehmen, absolvierten die Mechanikern vor Ort zusätzlich auch Routine-Prozeduren.
Im Zuge dieser wurden auch Vergaser getauscht und neu eingestellt, da diese - durch die vorgenommen Feineinstellung - logischerweise nicht den allgemein üblichen Spezifikationen entsprochen hatten. Als das Missgeschick entdeckt wurde war es bereits zu spät um den Schaden rückgängig zu machen. In San Francisco wartete schon die inzwischen zur Pazifikflotte überstellte USS Hornet. Angekommen in Alameda Air Station wurden die B-25 einzeln per Kran auf das Deck des Trägers gehoben und gleich in Startposition gebracht. Für ein Rangieren an Deck oder für eine Verwendung der Aufzüge der Hornet waren B-25 einfach zu groß. So wurden sie dicht aneinander gereiht an Deck festgezurrt und verblieben in diesen Positionen bis zum Start. Für die Flugzeuge der Hornet war an Deck somit kein Platz, sie verblieben im Hangar des Schiffes und konnten erst nach dem Start der B-25 an Deck geholt werden und Einsätze zur Sicherung des Rückmarsches des Trägers fliegen.

Die Piloten und Techniker der US Army Air Force wurden eingedenk der gepflegten Rivalität zwischen den Teilstreitkräften eher wenig herzlich an Bord aufgenommen. (Diese Rivalität gibt es heute noch immer – ist aber mehr ein Necken denn handfest und zeigt sich in der Praxis primär bei der Rekrutierung - wo die vier Teilstreitkräfte des US-Militärs faktisch im Wettbewerb um das beste Personal stehen.) Die B-25 Crews wurden im Bug, und damit am unbequemsten Ort des Schiffes, untergebracht und auch sonst gab es jede Menge Sticheleien und Schikanen. Dies änderte sich erst als sich nach dem Auslaufen der Kampfverband der Hornet mit dem der Enterprise traf. Die Enterprise würde dabei den Schutz beider Schiffe übernehmen, da die Hornet durch die B-25 an Deck praktisch wehrlos war.

Nach Vereinigung der beiden kleinen Flotten war es am Kommandanten des Geschwaders – Vizeadmiral Halsey – endlich das Geheimnis zu lüften. Die Ankündigung „This Force is bound for Tokyo“ und die Erklärung mit welcher Aufgabe der ungewöhnlich zusammengestoppelte Kampfverband und ihre Besatzungen beauftragt waren, wurde mit Begeisterung aufgenommen und es änderte sich auch schlagartig das Miteinander der Besatzungen.

Auf einmal waren gute Unterkünfte für die USAAF Crews an Bord der Hornet verfügbar, den Doolittle-Mannschaften wurde in den engen Gängen des Trägers respektvoll Platz gemacht und die Küche konnte für die Kameraden der Army Air Force nun doch wieder zuvor verunmöglichten Nachtisch servieren. Auch halfen nun die Navy-Techniker ihren USAAF Kollegen, nach Kräften die Bomber an Deck in technisch einwandfreiem Zustand zu halten. Nicht nur, dass die schon erwähnten Kinderkrankheiten unter Kontrolle gehalten werden mussten, waren die üblicherweise an Land stationierten Bomber den Witterungseinflüssen und der Salzwassergischt des Nordpazifiks ausgesetzt und die Wartung musste unter schwierigen Bedingungen an Deck durchgeführt werden, da die Aufzüge zu klein waren um die Bomber in den Hangar zu bringen wo eine Wartung unter wesentlich erleichterten Bedingungen möglich gewesen wäre.

Die Route welche der Kampfverband nahm war sorgsam gewählt worden und ähnelte tatsächlich sehr jener Route welch der Japanische Verband genommen hatte der Monate zuvor Pearl Harbour angegriffen hatte. U-Boote der US Navy hatten die Route ausgekundschaftet und waren im unwirtlichen Nordpazifik auf niemanden gestoßen, was so auch beabsichtigt war... Die U-Boot-Fahrer sahen das etwas anders und wähten die militärische Führung sei nicht ganz bei Trost dass man sie durchs Leere schippern lässt , wussten sie doch nicht zu welchem Zweck sie in Gewässern patrouillierten in denen es keine Ziele für ihre Torpedos gab. Vielleicht war auch das ein Grund weshalb die aus bewaffneten Funk-Fischerbooten bestehende Vorpostenkette vor Japan diesen Aufklärungsbemühungen verborgen geblieben waren. Denn eines dieser Fischerboote war es schließlich, dass die ganze Mission noch schwieriger machte als sie sowieso schon war.

Der Angriff

Nach der ursprünglichen Planung sollten die B-25 in den frühen Morgenstunden abheben, zu Mittag über den Zielen in Japan sein. Danach würde sie ihr Kurs weiter südwestwärts über chinesisches Festland führen wo in der Abenddämmerung ein Flugplatz im unbesetzten China, welcher mit einem Peilsignal markiert sein würde, zur Landung genutzt werden sollte. Doolittle versprach im Erfolgsfall seinen Crews in China eine Party welche sie ihr ganzes Leben nicht vergessen würden.

Doch die Hornet und ihr Kampfverband wurden 170 Seemeilen vor dem geplanten Startpunkt entdeckt. Noch bevor die Navy das japanische Fischerboot versenken konnten gab dieses eine Positionsmeldung ab. Die Überraschung war misslungen, nun war der kleine Verband vor Japan der Gejagte. Die kaiserlich-japanische Marine reagierte sofort und setzt zahlreiche Einheiten in Richtung des Kontaktpunktes in Marsch. Eine Entscheidung musste getroffen werden und zwar sofort. Doolittle entschied sich für den Einsatz, stellte aber seine Mannschaften abermals vor die Wahl freiwillig zu verzichten. Niemand meldete sich – alle waren bereit trotzdem zu fliegen.

Doch statt zu Mittag würden die Maschinen nun am Nachmittag über Tokyo sein und statt Abendsonne würde man erst nach Einbruch der Dunkelheit chinesisches Festland erreichen - falls überhaupt... Denn die Treibstoffkalkulation war ebenfalls nicht mehr korrekt. Zwar bekam jede Maschine zehn Triebstoffkanister extra mit, doch auch das reichte rechnerisch nicht aus um den geplanten Landepunkt zu erreichen.

Die Starts selbst liefen großteils problemlos ab. Doolittle startete als erster und die Navy Deckmannschaften gaben jeweils zum perfekten Zeitpunkt Signal die Bremsen zu lösen, so dass der Bug der Hornet nach oben gerichtet war als die Maschinen das Ende der kurzen Startbahn erreichten. Der starke Wind und die hohe Fahrtstufe der Hornet taten ihr Übriges um die B-25, beladen mit je vier 226kg Bomben und extra Treibstoff in die Luft zu bekommen.

In der Aufregung vergaß Crew 2 die Landeklappen auszufahren und sackte nach dem Abheben durch, es reichte trotzdem. Eine Maschine hatte Probleme einen Motor anzulassen, doch kurz bevor die Hornet Crews gezwungen gewesen wären sie über Bord zu kippen um Platz für die Nachfolgenden zu machen, sprang der Motor doch noch an. Bei der Vorbereitung der letzten Maschine gab es einen bedauerlichen Unfall als ein Mitglied der Navy Deckcrew in den laufenden Propeller geriet und seinen Arm verlor. Über das blutverschmierte Deck rollte die letzte der 16 Maschinen zum Start...

In einem losen Verband flogen die B-25 in den Morgenstunden ihren Zielen entgegen. Nur vereinzelt hatten sich Maschinen gefunden um in Formation fliegend etwas Treibstoff zu sparen. An der japanischen Küste angekommen begannen die Navigatoren mit exakten Positionsbestimmungen um den Weg zu ihren Zielen zu finden.

Von japanischen Jägern war zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu sehen. Es war offenbar eine Mischung mehrerer Faktoren die dazu führte, dass letztlich sämtliche Maschinen nicht nur ihre Bomben abwerfen sondern auch ohne Verluste ihre Flüge weiter fortsetzen konnten. Die Japaner waren extrem selbstsicher gewesen was die Unverwundbarkeit ihrer Insel anbelangte. Feindliche Seestreitkräfte waren zu schwach um Japan zu nahe zu kommen. Basen für Bomber und Jagdflugzeuge gab es keine in Reichweite. Niemand war also in der Lage Japan anzugreifen....

Somit war die Überraschung groß, dass jetzt auf einmal doch Feindflugzeuge über dem Land der aufgehenden Sonne dröhnten. Das diese noch dazu nicht im Verband auf einer berechenbaren Route hoch über dem Boden flogen, sondern statt dessen im Tiefflug nach ihren Zielen suchend kreuz und quer über den Himmel kurvten erschwerte die Aufgabe der japanischen Jagdflieger enorm. Vereinzelt fanden und beschossen japanische Jagdflugzeuge B-25, letztlich konnten sie die schnellen Bomber aber nicht ausreichend beschädigen und ihnen nicht lang genug folgen um einen Abschusserfolg zu erzielen.

Die Bombenabwürfe waren zwar ein Schock für das sich unverwundbar glaubende Japan, letztlich konnten 14,5t Bomben jedoch nur sehr begrenzt Schaden anrichten. Getroffen wurden zehn militärische bzw. industrielle Ziele in Tokio, zwei in Yokohama und jeweils eines in Yokosuka, Nagoya, Kobe und Osaka. Nur ein Bomber wurde leicht durch das Abwehrfeuer der japanischen Rohr-FlA beschädigt.

Kein Weg zurück...

Dem Hochgefühl der erfolgreichen Abwürfe folgte, kaum über dem japanischen Meer mit Kurs aufs chinesische Festland, die Sorge über den Treibstoffvorrat. Und auch die Uhren ließen sich nicht überlisten. Es wurde dunkel und in mehreren Maschinen war man sich nicht mal sicher überhaupt noch Festland erreichen zu können.

Trotz der eindringlichen Warnung nicht nach Russland zu fliegen, entschied sich die Crew von Maschine acht letztlich doch dafür anstatt ohne Treibstoff ins Meer zu stürzen – und setzte Kurs nach Norden. Die Crew fand 65km hinter Wladiwostok eine Piste und konnte letztlich als erste und einzige ihre Maschine sicher landen. Was allerdings folgte waren beinahe zwei Jahre Internierung im gegenüber Japan bis 1945 neutralen Russland – und eine Odyssee welche letztlich 1943 in einer erfolgreichen Flucht nach Persien endete.

Die übrigen 15 Maschinen waren wie geplant Richtung China unterwegs während es immer dunkler wurde. Die Hoffnung zumindest den Peilsender orten zu können und so weit wie möglich in dessen Richtung zu fliegen zerschlug sich ebenfalls. Denn das Gerät hatte den vorgesehenen Einsatzort nie erreicht. Die Meldung darüber, dass dieser Teil der Mission nicht wie geplant stattfinden konnte, hatte die Crews der B-25 nie erreicht. Und so reifte in der Mehrheit der Maschinen der Entschluss mit den letzten Sprittropfen noch Höhe zu gewinnen und ohne zu wissen wo man war in pechschwarzer Nacht, bei dichter Bewölkung und Regen mit den Fallschirmen ins Unbekannte abzuspringen.

Und so stiegen die Crews aus. Nicht wissend ob man über dem besetzten oder dem freien Teil Chinas war, nicht wissend wohin man sprang und wie der Boden beschaffen sein würde und nicht in der Lage sich mit der örtlichen Bevölkerung zu verständigen sprangen die Crews einer nach dem anderen ab. Mit Glück im Unglück klappte für die meisten Crews dieser Absprung. Viele fielen in Reisfelder, welche gedüngt mit Exkrementen, die Piloten durchnässt und übelriechend – jedoch durch die weiche Landung meist auch unverletzt hinterließen. Einige verfingen sich in Bäumen oder landeten auf steilen Berghängen und zogen sich leichtere Verletzungen zu – die meisten entschieden sich in pechschwarzer Nacht vorerst ihre Position nicht zu verlassen um nicht Gefahr zu laufen abzustürzen. Nur ein Unglücklicher hatte beim Absprung Pech, der 20jährige Cpl. Leland D. Faktor, Mechaniker der 3. Crew brach sich beim Absprung in den Bergen das Genick und starb.

Drei Maschinen versuchten ihr Glück mit einer Notlandung auf Wasser. Nur die Crew der Maschine 15 überstand dieses Unterfangen unverletzt. Für die Crews der Maschine sechs und sieben endete die Notlandung weniger glimpflich. Ohne Sprit in der Dunkelheit zur Notlandung auf dem Wasser gezwungen starben zwei Crewmitglieder von Maschine sechs beim Aufprall. Die drei überlebenden Piloten gerieten aber auf der Flucht in japanische Kriegsgefangenschaft. Auch der Aufprall von Maschine sieben verlief alles andere als glimpflich. Vier der fünf Crewmitglieder wurden teils schwer verletzt. Mangels geeigneter medizinischer Versorgung musste Tage später der linke Fuß von Pilot Lt. T.W. Lawson amputiert werden. Der Crew von Maschine 16 gelang der Absprung vollzählig, ebenso wurden aber alle fünf Besatzungsmitlieder binnen einer Stunde von den Japanern gefasst.

Von den gesamt 80 Mann die am Flug nach Japan teilnahmen, starben drei bei der Landung, acht gerieten in japanische Gefangenschaft, fünf wurden in Russland interniert. Dem großen Rest der Doolittle-Mannschaft gelang mit Hilfe der einheimischen chinesischen Bevölkerung die Flucht ins unbesetzte China. Eine Hilfe für welche die Chinesen noch bitter bezahlen mussten – die Japanische Armee startete im Mai 1942 eine Offensive und Vergeltungsaktion in China in deren Verlauf 250.000 Chinesen ihr Leben verloren.

Lt.Col. James H. Doolittle glaubte während der Flucht nicht daran, dass sein Einsatz als Erfolg gewertet werden würde. Die Crews in alle Winde zerstreut, alle Flugzeuge verloren, kaum Schäden in Japan. Doolittle war der Meinung er würde sich zurück in den USA einem Kriegsgerichtsverfahren stellen müssen. Erst nachdem immer mehr der Vermissten Besatzungen sich nach und nach in China zusammen fanden, Doolittles Männer in China von den Einheimischen als Helden gefeiert wurden und Meldungen der Reaktionen in den USA und aus Japan eintrafen wurde ihm der Erfolg bewusst. Die versprochene Party kam jedoch nicht zustande.

James H. Doolittle wurde von Präsident Roosevelt mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet und zum Brigadegeneral befördert, alle 80 Besatzungsmitglieder erhielten das Distinguished Flying Cross, Verwundete und Gefallene das Purple Hart. Die Mitglieder der Doolittle Crew dienten den Rest des Krieges in der China/Burma/Indien-Region, in Nordafrika und auch in Europa. 10 von ihnen fielen bei ihren Einsätzen. Von den acht in japanische Gefangenschaft geratenen Crewmitgliedern starb eines in Folge Krankheit und Mangelernährung. Die Piloten Lt.W.G.Farrow, Lt. D.E., Hallmark und der Bordschütze Sgt. H.A. Spatz wurden von den Japanern aufgrund der Bombardierung ziviler Ziele am 15. Oktober 1942 in Shanghai zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Die Wirkung

Im Vergleich zu den späteren Bombardierungen durch schwere Bomber waren die Schäden durch den Doolittle Raid in Japan marginal. Für die Moral in den USA war die erfolgreiche Bombardierung der japanischen Hauptstadt jedoch von großer Bedeutung.

Und auch die Strategie Japans wurde nicht unerheblich beeinflusst. Teile der japanischen Marine welche zu diesem Zeitpunkt bereits im Indischen Ozean operierten, wurden zurückgerufen um den Schutz Japans zu gewährleisten. Ebenso beeinflusste der 'Doolittle Raid' die militärische Entscheidung Japans eine Invasion auf den Midway Inseln zu unternehmen mit dem Ziel die Seewege Westwärts Hawaii besser kontrollieren zu können. In der darauffolgenden Schlacht bei Midway, welche vom 4. bis 7. Juni 1942 stattfand, verloren die Japaner vier große Flugzeugträger sowie eine große Anzahl an Flugzeugen und bestens ausgebildeten Piloten. Die Schlacht gilt - mit viel Glück und Zufall - für die Amerikaner als Wendepunkt im Pazifik. Von nun an waren die Japaner überwiegend in der Defensive, mit Guadalcanal begann das 'Inselhüpfen' der US-Marines in die Gegenrichtung.

Reunion

Erst mit Ende des Krieges machte Gen. „Jimmy“ Doolittle sein Versprechen wahr und organisierte eine denkwürdige Party* – welche seither praktisch jährlich als 'Reunion' nicht nur von den jeweils noch lebenden und 'mobilen' Besatzungsmitgliedern, sondern auch von Familienmitgliedern, Freunden und in zunehmenden Maße auch von Fans besucht wird. Zu Ehren der 'Doolittle Raiders' stiftete die Stadt Tucson/Arizona ein Set aus 80 Sterling-Silberbechern, graviert mit den Namen der Crewmitglieder. Mit der Aufbewahrung des Sets wurde die Air Force Academy in Colorado Springs beauftragt. Jeweils zur Reunion werden die Jahrgangsbesten der Akademie mit dem Transport und dem Zeremoniell rund um das Silber-Service beauftragt. Die Becher mit den Namen der inzwischen verstorbenen Crewmitglieder werden jeweils umgedreht und die Überlebenden sprechend einen Tost auf ihre verstorbenen Kameraden aus.

Die Reunion 2012 findet von heute 17. bis 20. April im National Museum of the USAF auf der Wright-Patterson AFB/Ohio statt. Laut Ankündigung auf der Museums-Webseite sind alle fünf noch lebenden Mitglieder des Doolittle Raids in der Lage, an der Feier teilzunehmen. Es sind dies Lt. Col. Richard E. Cole, Lt. Col. Robert L. Hite, Lt. Col. Edward J. Saylor, Maj. Thomas C. Griffin und Staff Sgt. David J. Thatcher.

*Die Doolittle Crews brachen mehrere "Regeln" des Hotels in Florida und veranstalteten ein Fest, durch welches andere Gäste gestört fühlten. Darauf hin verfasst ein Hotelmitarbeiter einen Report über die Vorkommnisse und legte diesen dem Manager des Hotels vor. Dieser nahm die Gelegenheit wahr, ließ sich den Report von allen Crewmitgliedern unterschreiben und teilte ihnen mit, dass sie es sich - soweit es ihn betrifft - redlich verdient hätten solch ausgelassene Feste zu feiern.

Siehe auch: http://www.doolittleraid.com/

Official Mission After Action Reports: http://www.pacaf.af.mil/shared/media/document/AFD-070418-110.doc

Animation des Angriffes kommentiert von Jimmy Doolittle: http://www.historyanimated.com/Doolittle.html

Martin Rosenkranz

 

 

Noch im Kriegsjahr 1944 brachte MGM

Thirty Seconds Over Tokyo

mit Spencer Tracy in der Hauptrolle als Lieutenant Colonel Jimmy Doolittle und weiteren US Filmstars in die Kinos.
Die Filmemacher wurden von mehreren Mitgliedern der Doolittle Crew beraten und vom US Militär mit Gerät unterstützt, der Film hält sich präzise an die historischen Ereignisse und bindet auch Originalaufnahmen in den Film ein.
Der Film gewann bei der Academy-Awards Verleihung 1945 den Oscar für die besten Spezialeffekte.

Youtube sei Dank ist das 138 Minuten Werk jederzeit online zu bewundern.
Dazu noch ein Interview mit Gen. „Jimmy“ Doolittle sowie zwei Videos von Reunion und Reenactment mit flugfähigen original B-25s.