21.06.2009
Eurofighter haben schon 1.000 Flüge absolviert
Seit Jahresbeginn 114 Bundesheer-Einsätze zur Luftraumüberwachung - 20 davon mit Priorität A
Der österreichische Luftraum wird seit einem Jahr von den Eurofightern überwacht. Die noch in der Einführungsphase befindlichen Jets haben die Luftraumüberwachung nach der Fußball-Europameisterschaft Ende Juni 2008 von den geleasten F-5 offiziell übernommen. Der erste Flieger war am 12. Juli 2007 in Österreich gelandet, seit damals sind die Abfangjäger schon 1.000 Mal abgehoben. Mittlerweile sind elf der insgesamt 15 Eurofighter in Betrieb, der letzte wurde am 5. Juni nach Zeltweg überstellt.
Seit Jahresbeginn 2009 hat das Bundesheer insgesamt 114 Einsätze zur Luftraumüberwachung durchgeführt, 20 davon waren sogenannte "Priorität Alpha Einsätze". Das geht aus der APA vorliegenden Daten des Verteidigungsministeriums hervor. Zu "Priorität A" Einsätzen kommt es bei einer Verletzung des österreichischen Luftraums, etwa durch eine fehlende Überfluggenehmigung oder bei Verlust des Funkkontakts mit einem im österreichischen Luftraum befindlichen Flugzeug.
Zu einem solchen Einsatz stiegen die Eurofighter am 8. Mai auf und fingen eine russische Passagiermaschine erfolgreich ab. Die Jets waren dabei erstmals mit Überschallgeschwindigkeit geflogen. Zwei Eurofighter hatten zwischen Wien und dem Neusiedler See eine aus Innsbruck gestartete russische Maschine nach Moskau abgefangen, zu der der Funkkontakt verloren worden war. Gegen 13.00 Uhr landeten sie wieder am Flughafen Hinterstoisser in Zeltweg. Der russische Flieger entfernte sich in Richtung Slowakei.
Bei den insgesamt 114 Einsätzen kamen die Eurofighter, die Kiowa-Hubschrauber, die PC-7 und die Saab 105 zum Einsatz. "Die Überwachung des österreichischen Luftraums funktioniert einwandfrei. Die Einsatzbilanz kann sich sehen lassen", so Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ). "Um den Luftraum zu sichern, brauen wir keine hochgerüsteten 18, 24 oder 32 Eurofighter. Es reichen die 15 Stück, um den Job gut zu erledigen", so der Minister.
Passive und aktive Überwachung
Die Luftraumüberwachung in Österreich besteht wie international üblich aus einer passiven und einer aktiven Komponente. Das Bundesheer überwacht den Luftraum mit seinen ortsfesten und mobilen Radarstationen rund um die Uhr. Die aktive Luftraumüberwachung führen die Abfangjäger Saab 105 und die Eurofighter etwa zwölf Stunden am Tag durch - das ist laut Verteidigungsressort internationaler Standard und wird in Österreich seit vier Jahrzehnten in diesem Umfang durchgeführt.
Zusätzlich werden für weitere Aufgaben noch die PC-7 "Turbo Trainer" sowie Hubschrauber vom Typ S-70 "Black Hawk", OH-58 "Kiowa" und Alouette III eingesetzt. Komplettiert wird die Luftraumüberwachung im Bedarfsfall durch die bodengestützten Systeme der Fliegerabwehrtruppe.
Das Bundesheer sei auch jederzeit in der Lage eine 24-stündige aktive Luftraumüberwachung über einen längeren Zeitraum aufgrund eines entsprechenden Bedrohungsbildes durchzuführen, so das Ressort. Beispiele dafür sind etwa Großereignisse wie die österreichische EU-Präsidentschaft, hochrangige Staatsbesuche oder die Fußball-EM. Die Durchführung dieser Großereignisse wäre ohne entsprechende Luftraumüberwachung nicht möglich.
23.06.2009
Bundesheer: Saab 105 fingen Flugzeug ab
Französisches Flugzeug war ohne Überflugsgenehmigung unterwegs
Montag abend kam es aufgrund einer fehlenden
Überflugsgenehmigung für ein Luftfahrzeug der französischen
Luftwaffe zu einem "Priorität Alpha- Einsatz" des Österreichischen
Bundesheeres. Das französische Flugzeug war von Rumänien nach Paris
unterwegs. Auf der Flugstrecke zwischen Radkersburg und Salzburg
wurde das französische Flugzeug von zwei Saab 105 abgefangen,
identifiziert und mittels Fotos dokumentiert.
Dazu Verteidigungsminister Norbert Darabos: "Dieser Einsatz hat
gezeigt, dass die Luftraumüberwachung in Österreich funktioniert."
Heuer wurden vom Bundesheer 20 so genannte Priorität Alpha-Einsätze
durchgeführt. Zu Priorität Alpha-Einsätzen kommt es z.B. bei einer
Verletzung des österreichischen Luftraums durch eine fehlende
Überflugsgenehmigung oder bei Verlust des Funkkontakts mit einem im
österreichischen Luftraum befindlichen Flugzeug.
23.06.2009
Saab 105 fingen französisches Militärflugzeug ab
Maschine war ohne Überfluggenehmigung unterwegs
Zwei Saab-105-Flugzeuge des Bundesheers haben Montagabend ein französisches Militärflugzeug abgefangen. Die Maschine der französischen Luftwaffe war ohne Überfluggenehmigung von Rumänien nach Paris unterwegs, teilte das Verteidigungsministerium in einer Aussendung am Dienstag mit. Auf der Flugstrecke zwischen Radkersburg und Salzburg wurde das Flugzeug von zwei Saab 105 abgefangen, identifiziert und fotografiert. Heuer wurden vom Bundesheer bereits 20 sogenannte "Priorität Alpha"-Einsätze durchgeführt.
24.06.2009
Hochwasser: Bundesheer bereitet sich auf möglichen Einsatz vor
Hubschrauber OH 58 erkundet derzeit Gelände in Niederösterreich
Angesichts der Wettervorhersagen der Meteorologen
bereitet sich das österreichische Bundesheer auf einen möglichen
Hochwassereinsatz vor. Derzeit erkundet ein militärischer
Hubschrauber des Typs OH 58 das Gelände in Niederösterreich.
Außerdem ist auf Anforderung der niederösterreichischen
Landeswarnzentrale - in der auch ein Verbindungsmann des
österreichischen Bundesheeres im Einsatz ist - ein Hubschrauber des
Typs AB212 zum Personen- und Materialtransport eingesetzt. Drei
militärische schwere LKW sind zur Zeit im Raum Krems zum Transport
mobiler Hochwasserschutzelemente ebenfalls im Einsatz.
Das Pionierbataillon 3 aus Melk, das Aufklärungsartilleriebataillon 4
aus Allentsteig, das Jägerbataillon 12 aus Amstetten stehen
grundsätzlich ebenso bereit wie Soldaten aus St. Pölten und
Korneuburg und Wien. 38 Hubschrauber der Typen Bell OH58, Alouette
III, AB212 und S-70 Black Hawk sind für Einsätze aller Art verfügbar.
Wie viele Soldaten tatsächlich und in welchem Raum eingesetzt werden
hängt von den Anforderungen der zivilen Behörden ab.
Die Soldaten und Soldatinnen können grundsätzlich zur Verstärkung von
Dämmen durch Sandsäcke und bei der unmittelbaren Unterstützung der
Bevölkerung, bei der Rettung von Menschen und bei der Bergung von Hab
und Gut eingesetzt werden. Pionierkräfte stehen aufgrund ihrer
umfassenden Ausbildung und der langjährigen Erfahrung rasch und
qualifiziert beim Brückenbau, beim Bau von Behelfstraßen, bei der
Beseitigung von Verklausungen und bei weiteren Hilfeleistungen zur
Verfügung. Fliegerkräfte stehen mit Transport- und
Verbindungshubschraubern auch für Windenbergungen bereit.
Spezialisten der ABC - Kräfte verstärken das breite Spektrum der
Hilfeleistungen.
24.06.2009
Hochwasser: Bundesheer bereitet weitere Einsätze vor
Black Hawk bei Dammbruch eingesetzt
Durch den anhaltenden Dauerregen ist die
Hochwassergefahr in weiten Teilen Österreichs weiterhin akut.
Besonders prekär ist die Situation im Voralpengebiet und in der
Wachau. Ein Assistenzzug der ABC-Abwehrschule aus Korneuburg ist am
Mittwochvormittag nach Gresten (Bezirk Scheibbs) in Marsch gesetzt
worden. Die Soldaten sind mit Spezialfahrzeugen ausgestattet und
unterstützen die örtlich eingesetzten Feuerwehren bei Auspump- und
Sicherungsarbeiten. Soldaten der ABC-Abwehrkompanie aus Mautern sind
in Weißenkirchen (Bezirk Krems) eingesetzt und unterstützen dort
ebenfalls bei Auspump- und Absicherungsarbeiten. In der Gemeinde
Zelking (Bezirk Melk) errichten Pioniere aus Melk einen
Hochwasserschutz und in St. Valentin (Bezirk Amstetten) sind Soldaten
vom Jägerbataillon 12 aus Amstetten mit Absicherungsarbeiten im
Bereich der Donau eingesetzt.
Zudem sind Erkundungstrupps in der Wachau und im Raum Ybbsitz (Bezirk
Scheibbs) unterwegs. In diesen Gebieten sind auch Hubschrauber aus
Langenlebarn für Erkundungsflüge eingesetzt. Sie sollen den
Führungsstäben und Einsatzleitungen ein aktuelles Lagebild aus der
Luft verschaffen.
In Hafnerbach bei St. Pölten droht ein Damm zu brechen. Das
Österreichische Bundesheer setzt Black Hawk Hubschrauber ein, von
denen aus der Luft Sandsäcke abgeworfen werden, um den Damm zu
sichern.
Derzeit sind in Niederösterreich mehr als 200 Soldaten im
Hochwasser-Einsatz.
In Oberösterreich formieren sich derzeit drei Assistenzkompanien der
4. Panzergrenadierbrigade sowie zwei Assistenzkompanien in Linz. Eine
sechsstündige Abmarschbereitschaft ist gewährleistet.
In Salzburg werden Soldaten aus der Stadt Salzburg, aus Saalfelden,
Tamsweg und St. Johann bereit gehalten.
In der Steiermark bereiten sich zwei Kompanien aus St. Michael und
Straß für einen möglichen Einsatz vor. Die Vorbereitungen und die
Durchführung der Airpower09 sind von einem allfälligen
Hochwassereinsatz nicht betroffen.
24.06.2009
Kritik an AirPower im Aichfeld
Gegner kritisieren hohe Kosten und Umweltbelastung
Jedes Jahr teilen sich die Meinungen im obersteirischen Aichfeld, wenn die AirPower, Österreichs größte Flugshow, mit internationalen Militär- und Kunstflugstaffeln im Fliegerhorst Zeltweg landet. Die Veranstalter der zweitägigen Show, das Bundesheer und Red Bull, lassen Zahlen für sich sprechen: Rund eine Viertelmillion Flugfans erwarte man am kommenden Freitag und Samstag wieder. Zahlen, die Herzen in einer von Arbeitslosigkeit geprägten Region höher schlagen lassen. Und eine Leistungsschau des Heeres wird versprochen: "Warum sich Österreichs Bevölkerung rund um die Uhr auf Schutz und Hilfe durch Mensch und Technik verlassen kann, demonstrieren die Profis unseres Bundesheers anhand realitätsnaher Notfallübungen."
Doch auch die Gegner kontern mit Zahlen. KPÖ, Grüne, Sozialistische Jugend und die Friedensplattform sehen nicht ein, dass Bund und Land jeweils 800.000 Euro (weitere 800.000 kommen von Red Bull) zahlen. Zudem wird die Umweltbelastung durch rund 100.000 PKW, 3200 Tonnen CO2 und 1,25 Liter Treibstoff für Autos und Flugzeuge vom Knittelfelder Grünen-Gemeinderat Manfred Skoff und der KP-Landtagsabgeordnete Renate Pacher kritisiert.
Pacher prangert aber auch an, dass die Veranstalter auf ihrer Homepage von "Spaß für die ganze Familie" schreiben. Pacher wörtlich: "Kinder können Panzer, Waffen und Kampfflugzeuge hautnah erleben. An Flugsimulatoren können Flugeinsätze nachempfunden werden. Ob die fallenden Bomben, das Töten und die Zerstörung wohl auch Teil des Simulatorprogramms sind?" Zudem glaubt Pacher, dass man mit rund 1,6 Millionen Euro Steuergeldern auch ein Konzept für den "sanften Tourismus" in der Region schaffen könnte. Denn abseits der zwei Tage im Juni mit "kurzfristigen Umsatzsteigerungen" wolle man nicht das Image der "Militärregion" haben.
Was man sonst noch alles mit 1,6 Millionen machen könnte, wollen die rot-grünen Flugshow-Gegner nun auch durch einen Ideenwettbewerb sammeln. Jugendliche im Alter von 15 bis 25 sind dazu aufgerufen, ihre Ideen als Texte oder Multimediapräsentation an aichfeld@gmx.at zu senden.
25.06.2009
Haimbuchner zu Eurofighter: "Darabos hätte zurücktreten müssen!"
"Darabos hat einen Vergleich der dritten Art über ein Flugzeug
der vierten Generation abgeschlossen" - Maulkorberlass für
Beamte im RH-Ausschuss
"In jedem anderen westlichen, demokratischen Staat
hätte ein Minister bei einem derart kritischen Rechnungshofbericht
zurücktreten müssen. Leider nicht Verteidigungsminister Darabos in
Österreich. Er darf weiterhin dem Steuerzahler und dem Bundesheer
großen Schaden zufügen", empörte sich FPÖ-Rechnungshofsprecher, NAbg.
Dr. Manfred Haimbuchner nach dem heutigen Rechnungshofausschuss.
Mit dem Ausdruck "rücktrittsreif" müsse man auch als
Oppositionspartei sparsam und seriös umgehen. "Aber die Bilanz von
Darabos bei der Causa Eurofighter lässt nur eine Forderung zu:
Zurücktreten. Wenn Experten beim Eurofighter von einem Flugzeug der
vierten Generation sprechen, dann muss bei den Darabos-Verhandlungen
mit der Eurofighter GmbH von einer Begegnung der dritten Art
gesprochen werden", so der FPÖ-Rechnungshofsprecher.
Haimbuchner zeigte die Eurofighter-Bilanz von Darabos auf: "Der
Stückzahlpreis der Eurofighter hat sich von 111 auf 116 Millionen
Euro erhöht - für teilweise gebrauchte Eurofighter. Statt Tranche 2
bekommen wir die Tranche 1, welche nicht über dieselben Leistungen
verfügt. Wir zahlen zudem mehr für Eurofighter, welche nachtblind
sind. Faktum ist, dass die heimischen Steuerzahler für die modernsten
Kampfflugzeuge der Welt bezahlen, die auf Grund der Verstümmelung
durch Darabos nicht viel mehr können als der alte Draken. Und um
diese Tatsachen zu verschleiern, erteilt Darabos seinen Beamten einen
Maulkorberlass im Rechnungshofausschuss", schloss Haimbuchner.
25.06.2009
Rechnungshofausschuss diskutiert übger Eurofighter-Vergleich RH sah Leistungsminderungen ohne nachvollziehbare Preisreduktion
Das Thema Eurofighter war heute einmal mehr Gegenstand
einer Debatte im Rechungshofausschuss. Den Abgeordneten lag der
Bericht des Rechnungshofs über den Vergleich der Republik Österreich
mit der Eurofighter GmbH vor, dessen durchaus kritische
Feststellungen Rechnungshofpräsident Josef Moser vor dem Ausschuss
mit den Worten zusammenfasste, nicht militärische Vorgaben, sondern
die Erzielung signifikanter Einsparungspotentiale seien bei dem
Vergleich im Vordergrund gestanden.
Auch habe man, so Moser weiter, Leistungsminderungen wie die
Akzeptanz der älteren Tranche 1 anstelle der neuen Tranche 2 bzw. von
teilweise gebrauchten anstelle von fabriksneuen Flugzeugen in Kauf
genommen, für die kein anteiliger Preisnachlass nachvollziehbar
ausgewiesen sei. Darüber hinaus habe der Vergleich auch zu einer
Reduktion des Gegengeschäftsvolumens um 500 Mill. € geführt. Der
Rechnungshofpräsident hielt es daher für erforderlich, die möglichen
Entgeltreduktionen sicherzustellen, den ausstehenden
Investitionsbedarf zu konkretisieren und die militärischen
Planungsgrundlagen zu harmonisieren und zu vervollständigen. Eine
endgültige Bewertung des Vergleichs konnte Moser, wie er sagte, noch
nicht abgeben, da derzeit die erforderlichen Vertragsänderungen noch
im Laufen seien.
Abgeordneter Stefan Prähauser (S) meinte, der Vergleich sei der
richtige Weg gewesen, durch die Reduktion der Stückzahl der
Eurofighter habe sich die Republik viel Geld erspart. Er bekannte
sich mit Nachdruck zu einer starken Landesverteidigung und zu einer
funktionierenden Luftraumüberwachung und dankte Minister Darabos für
dessen Engagement. Das Thema Eurofighter sei mittlerweile
ausdiskutiert, sagte Prähauser. Österreich habe nun ein Waffensystem,
für das man sich mehrheitlich entschieden hatte, jetzt gehe es darum,
mit diesem Produkt zu arbeiten. Ähnlich äußerte sich auch
Abgeordneter Kurt Gaßner (S), der seine Haltung zu den Flugzeugen mit
der Bemerkung formulierte: "Jetzt haben wir den Eurofighter, jetzt
müssen wir damit leben."
Abgeordneter Hermann Gahr (V) gab hingegen zu bedenken, durch den
Vergleich und die Vertragsänderungen sei es zu Leistungskürzungen
gekommen, so dass man heute im Wesentlichen über gebrauchte Flugzeuge
verfüge. Wichtig war für Gahr nun, dass es für die Zukunft
Rechtssicherheit und Garantien in Bezug auf die Ausstattung und die
Ersatzteilbeschaffung gibt.
Abgeordneter Manfred Haimbuchner (F) bezeichnete den
Rechnungshofbericht für den Minister als katastrophal und erklärte
Darabos für rücktrittsreif. Die Reduktion der Stückzahl könne nicht
als Erfolg gewertet werden, sei es doch zu eklatanten
Leistungsreduktionen gekommen. Schwere Bedenken erhob Haimbuchner in
Bezug auf die Betriebskosten des Eurofighters, die seiner Meinung
nach das Heeresbudget wesentlich belasten werden. Insgesamt würden
die Eurofighter nun mit weniger Leistung mehr kosten, befürchtete
Haimbuchner.
Abgeordnete Martina Schenk (B) teilte die Kritik Haimbuchners und
qualifizierte den Vergleich als "Husch-Pfusch-Aktion", wobei sie vor
allem auch bemängelte, dass das Finanzministerium nicht in die
Verhandlungen eingebunden gewesen war.
Abgeordneter Werner Kogler (G) wiederum wollte eine präzise Aussage
des Ministers, worin nun der "Verlust" an Einsatzmöglichkeiten und
technischer Ausstattung gegenüber dem ursprünglichen Vertrag bestehe.
Verteidigungsminister Norbert Darabos schickte voraus, in der
Koalition habe Konsens über die Sicherung der Luftraumüberwachung,
aber auch über die Auslotung von Einsparungsmöglichkeiten bestanden.
In Abschätzung des Bedrohungspotentials habe man sich darauf
verständigt, dass die Tranche 1 des Eurofighters sehr wohl in der
Lage sei, den österreichischen Luftraum zu überwachen. Darüber hinaus
habe man vereinbart, gewisse Sonderausstattungen abzubestellen, zumal
man ja ein Luftraumüberwachungsflugzeug, nicht aber ein
Luftkampfflugzeug brauche.
Die Reduktion auf 15 Flugzeuge sei, wie Darabos einräumte, eine
politische Entscheidung gewesen, aber kein "Schuss ins Blaue",
sondern auf Grundlage der Erfordernisse der Luftraumüberwachung mit
dem Ressort abgestimmt worden. Die Versorgung des Eurofighters mit
Ersatzteilen sei für die nächsten 30 Jahre gesichert, die einzelnen
Flugzeuge seien jedenfalls nicht teurer geworden, unterstrich der
Minister. Insgesamt bringe der Eurofighter allein schon auf Grund der
laufenden Kosten hohe Belastungen für das Verteidigungsbudget, warnte
Darabos allerdings.
Bei der Abstimmung wurde der Bericht mit den Stimmen der
Regierungsparteien zur Kenntnis genommen.
Beschaffung und Verschrottung des Jagdpanzers "Jaguar"
Im Anschluss an die Debatte über die Eurofighterbeschaffung des
Bundesheeres befassten sich die Mitglieder des
Rechnungshofausschusses mit der Anschaffung des "Jagdpanzers Jaguar"
um rund 75 Mio. € in der Zeit des Verteidigungsministers Werner
Fasslabend - eine Kaufentscheidung, die die Kritik des Rechnungshofs
hervorgerufen hatte, weil das Gerät kaum genützt, schon nach wenigen
Jahren ausgeschieden und nunmehr verschrottet wurde (III-11 d.B.).
"Eine überaus traurige Geschichte für das Bundesheer und die
Steuerzahler", sagte dazu Abgeordneter Alois Gradauer (F). Sieben
Jahre nach Anschaffung dieser teuren Panzer, von denen kaum die
Hälfte zum Fahren gebracht werden konnten, habe sich herausgestellt,
dass die Überlegungen, die zum Kauf geführt haben, nicht aufgegangen
seien. Gradauer bedauerte die Verschwendung ohnehin knapper
Heeresmittel.
Abgeordnete Rosemarie Schönpass (S) erkundigte sich nach der
Umsetzung der Empfehlung des Rechnungshofs auf Attraktivierung des
Grundwehrdienstes.
Abgeordnete Martina Schenk (B) wollte wissen, ob und wie die
Empfehlungen des Rechnungshofs im Hinblick auf Bundesheerbeschaffung
umgesetzt wurden und fragte nach dem aktuellen Stand beim Verkauf von
Lenkflugkörpern.
Abgeordneter Josef Lettenbichler (V) interessierte sich für die
Erlöse, die aus der Verschrottung der Jagdpanzer und aus dem Verkauf
ihrer Munition erzielt werden konnten und bat um Auskunft über die
Einführung des "Lebenszyklusmanagementsystems".
Bundesminister Norbert Darabos informierte die Abgeordneten über den
Abschluss des Verkaufs der Lenkflugkörper was einen Erlös von 6,3
Mio. Euro gebracht habe. Die Empfehlungen des Rechnungshofs zum Thema
Beschaffungen, insbesondere für ein Lebenszyklusmanagement seien in
Umsetzung. Die interne Koordination bei der Planung von Beschaffungen
sei verbessert worden.
Den Jagdpanzer "Jaguar" nannte Darabos eine "Altlast". Die Panzer
seien kaum in Gebrauch gewesen, bestätigte der Minister und
berichtete von der Verschrottung der Geräte, die er als verlorenen
Aufwand betrachte. Alle diesbezüglichen Rechnungshofempfehlungen
werden rasch umgesetzt, sagte Darabos und teilte den Abgeordneten
mit, dass sich das Bundesheer von allen durch die geänderte
Bedarfslage nicht mehr benötigten Rüstungssystemen trenne. Die
Attraktivierung der Grundwehrdiener-Ausbildung sei ihm ein wichtiges
Anliegen, sagte der Minister.
Rechnungshofpräsident Josef Moser erinnerte im Hinblick auf
Beschaffungsvorgänge "Eurofighter" und "Jaguar" an die grundsätzliche
Kritik des Rechnungshofs an internen Entscheidungsprozessen im Heer
bei Rüstungskäufen. Es fehle an Planungsaufträgen mit inhaltlichen
Vorgaben, Verantwortungen und Strukturen, an einer umfassenden
Kostenermittlung für Beschaffung und Betriebskosten sowie an
Bedarfsermittlungen, Prioritätenreihungen und konkreten
Realisierungszeiträumen sowie an der Koordination der an
Investitionen beteiligten Funktionäre. Dies führe zur Änderung von
Beschaffungen im Nachhinein. Generell klagte der
Rechnungshofpräsident über ein mangelndes Kostenbewusstsein bei der
Planung von Beschaffungen im Heer.
Positiv sah Präsident Moser die Schritte, die das Ressort zur
Realisierung der RH-Empfehlungen gesetzt habe, wobei er vor allem das
"Lebenszyklusmodell" nannte.
Der Bericht wurde mit der Mehrheit der Regierungskoalition zur
Kenntnis genommen.
27.06.2009
Viele Leute, viele Flieger
Besuchermassen drängen sich an Kriegsgerät vorbei.
280.000 Besuchern - Militärs und Landespolitiker freuen sich über Ansturm - Eurofighter dreht einige Runden
Rund 280.000 Besucher haben an zwei Tagen die Flugshow Airpower 09 am obersteirischen Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg gesehen - das gaben die Veranstalter Bundesheer, Land Steiermark und Red Bull am Samstagnachmittag bekannt. Von einem kurzen Regen knapp nach Mittag ließen sich die Zuschauer nicht vertreiben - erst die vollen Parkplätze setzten dem Zustrom ein Ende. Sowohl bei der Anreise in den Morgenstunden als auch am Abend nach dem finalen Auftritt der Kunstflugstaffel Patrouille Suisse kam es zu ausgedehnten Staus.
Bundesheer-Brigadier Karl Gruber, Projektleiter der Airpower 09, war schon am frühen Nachmittag hoch zufrieden: "So viele Menschen habe ich hier noch nie gesehen". Es dürfte sich den Veranstaltern zufolge um mehr Besucher handeln als jeweils bei den vorangegangenen Airshows in Zeltweg. Mehr als zufrieden war die Tourismuswirtschaft. Karl Schmidhofer, Sprecher der Urlaubsregion Murtal, erklärte, allein die 31 Wirte auf der Show vertretenen Wirte hätten bereits am Freitag so viel Umsatz gemacht wie 2005 bei der letzten Airpower an beiden Tagen - wozu wahrscheinlich auch das schwüle Wetter beitrug.
Tourismusreferent und LHStv. Hermann Schützenhöfer (V) zog eine "erfreuliche" Bilanz: "Die Region war im Prinzip ausgebucht." Von etwa 50.000 Nächtigungen in der Region in den Tagen vor der Show als auch während der Veranstaltungstage sei die Rede gewesen. Der Erfolg mit der bisher höchsten Besucherzahl dürfte wohl auch die Skeptiker überzeugt haben. "Ich nehme mit Freude die Worte von Verteidigungsminister Norbert Darabos zur Kenntnis, dass es auch 2011 eine Airpower geben soll. Das hatten wir schon immer vor."
Eurofighter vorgestellt
Die österreichischen Luftstreitkräfte stellten den Eurofighter zum ersten Mal einer breiten Öffentlichkeit vor, dazu kamen Vorführungen von Lösch- und Bergungseinsätzen der verschiedenen Flugzeugmuster. Die Flying Bulls präsentierten fliegende Raritäten - darunter eine Lockheed P-38L Lightning, eine North American B-25J Mitchell und eine Boeing PT-17 Stearman. Einen seltenen Österreich-Auftritt hatten die beiden riesigen Wasserflugzeuge "Catalina" und Dornier Do-24, aus den 30er bzw. 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, neben einer Red Bull Air Race-Demo und den Auftritten der Kunstflugstaffeln Patrouille Suisse, Turkish Stars, der polnischen Orlik, der kroatischen Krila Oluje und dem französischen Breitling Jet Team.
Zu Zwischenfällen auf dem Gelände war es laut Polizei nicht gekommen: "Das Publikum war ausgesprochen friedlich und diszipliniert."
Bereits am Freitagabend hatte es für die rund 500 Piloten und Crew-Mitglieder einen Empfang des Landes Steiermark mit LH Franz Voves (S) zusammen mit mehreren hundert Bundesheer-Angehörigen sowie Vertretern der Einsatzorganisationen und des konsularischen Corps gegeben
28.06.2009
AirPower09 bricht alle Rekorde
Besucherrekord auf der AirPower09: 280.000 Besucher pilgerten zum Zeltweger Flugspektakel.
Viel mehr wäre nicht mehr gegangen. Nicht auf dem Fliegerhorst, nicht auf den Zufahrtsstraßen und schon gar nicht auf den Parkplätzen. "Alle bis auf den letzten Platz gefüllt", meldete Militärkommandant Heinz Zöllner am Nachmittag. Will heißen: Fast 33.000 Pkw und rund 300 Busse parkten rund um das AirPower-Gelände, 180.000 Zuschauer drängten sich drinnen. Mit insgesamt 280.000 Besucher an beiden Tagen gab es damit so viele wie noch nie. Stau bei Anreise. Obwohl Tausende davon mit der an der Kapazitätsgrenze angelangten Bahn angereist waren, standen manche in ihren Autos und Bussen zwei Stunden oder mehr im Stau. Schon vor dem Knoten St. Michael und dem Park&Ride-Parkplatz Kraubath gab es Blechschlangen, auf allen Einfahrtstraßen nach Zeltweg sowieso. "Wir haben das Optimum heraus geholt, mehr ist auf diesen Zufahrtsstraßen nicht möglich", sagte Wolfgang Staudacher von der Landesverkehrsabteilung.
Trotz Regen gute Stimmung. Auch wenn einige verspätet eintrafen, der Stimmung am Gelände tat es keinen Abbruch. Zwei kurze Regengüsse ließen das Publikum unbeeindruckt, inzwischen kam immer wieder die Sonne heraus. Highlight. Einen Höhepunkt des Programmes, die Kunstflugstaffel Patrouille de Suisse, hatten sich die Veranstalter für den Schluss um 18.30 Uhr aufgehoben. Dennoch setzte der Abreiseverkehr bereits um 16 Uhr voll ein - viele wollten sich einen Megastau und ein Gewitter ersparen, das dunkle Wolken rund um Zeltweg verhießen - das aber ausblieb.
Kinder alle wieder gefunden. Eurofighter, Kunstflieger und Brummer wie der Hercules-Transporter faszinierte manche Flugfans derart, dass ihnen vor lauter nach oben schauen die eigenen Kinder abhanden kamen. Hunderte Male sagten die Moderatoren Heinz Prüller und Eurofighter-Pilot Roland Miedler Namen verloren gegangener Kinder durch, die im "Lost&found"-Bereich abgeholt werden konnten.
Kerosin-Verbrauch. Auf Anfrage gab das Bundesheer am Abend die Zahl des an den zwei Tagen verbrauchten Kerosins bekannt: 150.000 Liter lautet die offizielle Zahl. Insider schätzen sie höher ein, weil im Jahr 2005 gut die dreifache Menge an Kerosin hinausgeblasen wurde.