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Georg MADER-JDW
int. Luftfahrtjournalist
int. Luftfahrtjournalist


Anmeldungsdatum: 25.07.2004
Beiträge: 1033
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Fr Apr 13, 2007 20:33:04 
Titel: "Antreten zum Angriff !!" - Ein Aufruf...:
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eek DAS wollte ich Euch nicht vorenthalten, sowas habe ich hierzulande noch nie gelesen oder gehört. Der Präsident der Wiener Offiziersgesellschaft ruft offen zum Widerstand gegen Minister Darabos auf, in der ersten Nummer 07 der OG-Zeitung "Unser Auftrag". Da ist das vielgerühmte "Primat der Politik" (jaja, ich weiß Primaten usw...) aber stark in den Hintergrund getreten. Wie muß da Einigen zumute sein...?:

„ANTRETEN ZUM ANGRIFF!“

Wort des Präsidenten ObstdIntD Peter Birkymayer


Kameraden, meine Herren!

Der junge Hr. Bundsminister für Landesverteidigung ist derzeit leider noch nicht in der Lage, Spreu vom Weizen zu trennen und kompetente Berater an sich zu binden. Daher ist den Schmeichlern, Intriganten und Opportunisten Tür und Tor geöffnet ihre höchstpersönliche Vorstellung von Erfolgen umzusetzen.

Die eigene Landesverteidigung wird als nicht mehr notwendig hingestellt, die Luftraumüberwachung des österreichischen Staatsgebietes lächerlich gemacht, die in der Verfassung verankerte Neutralität als „eh nicht mehr vorhanden“ abgetan und die gezielte Demontage der Miliz bewusst verschwiegen. Berufssoldaten und Milizsoldaten sind frustriert von der scheinbaren Unfähigkeit der Führung und eine ansteigende Lethargie breitet sich aus. Wir benehmen uns wie die Europäer gegenüber den Islamisten: Wir beschwichtigen, finden Ausreden im demokratischen Verständnis und suchen unser Heil im Appeasement, in der vorauseilenden Selbstaufgabe.

Ich sage: Halt! Antreten zum Gegenangriff! Die Zeit des Zuschauens in der geschützten Deckung ist vorbei; Es geht um unser Dasein, um unsere Heimat, um unser Österreich.

Mein demokratisches Verständnis erlaubt durchaus gezielte Interventionen, kompetente Sachverhaltsdarstellungen, sachliche Leserbriefe oder finanzielle Unterstützung für Pressekonferenzen oder Plakataktionen. Die Offiziersgesellschaft gehört: Gehört!
Zeigen wir, dass wir dazugehören!

birkmayer@ogwien.at


Bis auf die Tatsache dass gerade die Neutralität von der Fraktion des neuen Ministers hochgehalten wird (wenngleich nur mit dem urältesten gemietetsten Gerät das irgendwer dem achso armen Österreich gnädig überlässt), ist der Text mutig bis haarig - je nach eigener Position... Was denkt Ihr darüber? !
_________________
Georg MADER -- Korrespondent von Jane's Defence Weekly / MILITARY-TECHNOLOGY
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senator
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Anmeldungsdatum: 21.02.2007
Beiträge: 669

BeitragVerfasst am: Fr Apr 13, 2007 21:22:16 
Titel: endlich einmal ein Österreicher, der Zivilcourage zeigt.
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Leider gibt es das viel zu selten.
Viel denken, wie in diesem Beitrag geschrieben wird aber die meisten bleiben dabei stumm.

In die Offensive treten doch meist nur die Antis, die immer nur dagegen sind, egal um was es sich handelt.

Das Eurofighter Forum auf orf.at bezeugt eindeutig, das österreichische Niveau.
Ich erfahre von immer mehr Menschen, die sich mittlerweile schämen, Österreicher zu sein.
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Helmut
Administrator
Administrator


Anmeldungsdatum: 24.07.2004
Beiträge: 3025

BeitragVerfasst am: Fr Apr 13, 2007 22:37:23 
Titel:
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Hhmm.

Einerseits ist die Gewaltenttrennung schon sinnvoll weil wenn Militärs Regierungen stürzen, nennt man das Putsch.

Aber andererseits hat er ja Recht. Im Bundesheer muss es kriseln, weil die haben jetzt einen derartig unfähigen und noch dazu gegen die Armee eingestellten Minister, wie soll da irgend jemand noch arbeiten...

Vielleicht hilfts ja was - wir sind doch selbst schon längst "im Angriff".
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Flankerguy
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Anmeldungsdatum: 11.01.2007
Beiträge: 258

BeitragVerfasst am: Sa Apr 14, 2007 11:18:10 
Titel:
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Erschwert wird die Sache vor allem durch die vielen Schmiergeschichten, ob sie legal sind oder illegal spielt keine Rolle, aber erschweren tun sie die Angelegenheit schon um einiges. Weil jetzt erklärt dir ein Gegner nicht nur die 0815-Gschicht sondern jetzt noch quasi als Nachtisch dass das linke Geschäfte sind und der Wolf Schmiergeld kassiert.
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Foxbat
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Anmeldungsdatum: 26.07.2004
Beiträge: 921

BeitragVerfasst am: Sa Apr 14, 2007 12:31:04 
Titel:
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Ich finde das ausgeprochen mutig von Herrn Birkymayer und würde mir wünschen, daß mehr Leute diesen Mut aufbrächten. Senator muß ich völlig recht geben, wenn man die Postings der Durchschnittsösterreicher auf ORF Foren liest, dann schämt man sich, Österreicher zu sein.

Ich bin gespannt, wie lange sich das Bundesheer den Führungsstil von Herrn Darabos noch ansehen wird bevor endlich öffentliche Unmutsäußerungen erfolgen. Hier wurde wirklich der Bock zum Gärtner gemacht. Europa lacht über uns!
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pg
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Anmeldungsdatum: 05.02.2006
Beiträge: 1558

BeitragVerfasst am: Sa Apr 14, 2007 12:34:57 
Titel:
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Zitat:
wenn Militärs Regierungen stürzen, nennt man das Putsch.


Dazu jat er ja nicht aufgerufen

gezielte Interventionen, kompetente Sachverhaltsdarstellungen, sachliche Leserbriefe oder finanzielle Unterstützung für Pressekonferenzen oder Plakataktionen.

Aber ich kann gut nachvollziehen, dass Personen wie Darabos u.a. als "politische Saboteure" an der Sicherheitspolitik empfunden werden.

Dass sich Offiziere öffentlich mit einer kritischen Stimme zu Wort melden, ist eher neu (und schafft den Politikern Unbehagen, wegen des Gespenstes "politisierender Generäle") aber meines Erachtens in derart krassen Fällen wie diesem legitim.
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DR
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Anmeldungsdatum: 26.07.2004
Beiträge: 170
Wohnort: ehem. "Zone"

BeitragVerfasst am: Sa Apr 14, 2007 12:37:45 
Titel:
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pg hat folgendes geschrieben:

Aber ich kann gut nachvollziehen, dass Personen wie Darabos u.a. als "politische Saboteure" an der Sicherheitspolitik empfunden werden.


Mir gefällt das Wort "sicherheitspolitischer Amokläufer" viel besser wink
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hakö
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Anmeldungsdatum: 05.01.2007
Beiträge: 1293
Wohnort: liebenberg im waldviertel

BeitragVerfasst am: Sa Apr 14, 2007 17:37:01 
Titel: naja,...........
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wenn sich die herren offiziere auf diese art äussern,ist das hart an der grenze die die gewaltentrennung vorgibt.
is halt auslegungssache,ABER er hat mit jedem wort recht! evil
der zivi ist die wurzel dieses übels,aber das wird ja wie immer von den kaolitionspartnern völlig ignoriert und um der "koalitionstreue" willen nicht angesprochen.
wenn diese regierung ob der EF-geschichte doch zerbrechen sollte,wird es massenweise schuldzuweisungen geben,aber der scherbenhaufen den ein paar idioten dann hinterlassen,wird beim zusammenräumen noch lange böse geräusche machen.
so nützen die schwarzen den skandal um zivis versagen dazu,politisches kapital daraus zu schlagen,ansatt zu verlangen, die im regierungsübereinkommen vereinbarte LRÜ endlich in die realität umzusetzen.
das ist ja fast schlimmer als des zivis dummheit und ignoranz,der nur der roten ideologie und nicht der verfassung verpflichtet zu sein scheint.
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Pazifisten sind wie Schafe,die glauben dass der Wolf Vegetarier ist. (Yves Montand)
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Warlord
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Anmeldungsdatum: 27.07.2004
Beiträge: 472
Wohnort: N 48° 19´ 35.93" E 16° 41´00.79"

BeitragVerfasst am: Sa Apr 14, 2007 21:21:44 
Titel: Re: naja,...........
Antworten mit Zitat

SOLLTE die regierung zerbrechen hat die SPÖ bei der nächsten wahl die absolute mehrheit
_________________
"commune patriae solum cum sit carum"
Catilinarische Reden 4, 16
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Frank
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BeitragVerfasst am: Sa Apr 14, 2007 21:57:24 
Titel: SP Mehrheit
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muss warlord recht geben.

das grosze SP vorbild einst Satlin sagte:

"...it does not matter how the people vote;
what matters is who counts the votes!"
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Wulpe
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Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beiträge: 234
Wohnort: Salzburg

BeitragVerfasst am: Sa Apr 14, 2007 21:59:54 
Titel: Re: "Antreten zum Angriff !!" - Ein Aufruf...:
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Georg MADER-JDW hat folgendes geschrieben:
eek DAS wollte ich Euch nicht vorenthalten, sowas habe ich hierzulande noch nie gelesen oder gehört.


Und genau das ist das Entlarvende. Jetzt haben sie einen roten Minister und reissen plötzlich ihr (schwarzes) Maul auf, während unter schwarzen Ministern niemals derartige Worte gefunden wurden (korrigiert mich, wenn ich mich irre - mit Quelle bitte) - obwohl der Großteil des Bundesheers außerstande war und ist, seinen Auftrag zu erfüllen.

Wie war das denn während meiner EF- und Miliz-Zeit, als

- unser LWSR nicht hätte ausrücken können, weil nur 1/3 der LKWs einsatzfähig war? Sogar für Übungen mussten wir uns Fahrzeuge ausleihen.

- das Dekoelement meines ABC-Abwzgs im Ernstfall seinen Auftrag nicht hätte erfüllen können, weil die benötigten Chemikalien nicht gelagert wurden?

- Nachtübungen (ab 17:00 Uhr) untersagt wurden, weil das Geld gefehlt hat? Wir kämpfen nur bei Schönwetter am Tag, alles klar.

usw usf etc pp


Da hat keiner seinen parteipolitisch motivierten dummdreisten Senf dazugegeben.
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maro
Administrator
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
Beiträge: 2692
Wohnort: N48°204014 E16°344988

BeitragVerfasst am: Di Apr 17, 2007 22:38:02 
Titel:
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Die Diskussion hier hat Eingang in den Print Standard vom 18.4. gefunden !! eek

http://derstandard.at/?id=2846307
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Eurofighter Typhoon Die modernste Technik ist doch nicht blöd, Mann!
------------------------
Martin Rosenkranz
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Helmut
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
Beiträge: 3025

BeitragVerfasst am: Mi Apr 18, 2007 11:35:42 
Titel: Re: naja,...........
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Warlord hat folgendes geschrieben:
SOLLTE die regierung zerbrechen hat die SPÖ bei der nächsten wahl die absolute mehrheit


Wie anderswo schon erwähnt: Sollte die Regierung an den Eurofightern zerbrechen, dann gibts vielleicht einen SPÖ Bonus.

Sollte die Regierung aus anderen Gründen zerbrechen, ist alles offen. Die SPÖ hat sich mit ihrer Umfallerrei, idiotischen Studiengebührenvorschlägen etc. alles andere als beliebt gemacht bei ihrer Wählerschaft. Vor der Wolf-Sache im Ausschuss war die ÖVP um einige Prozent vorne in der Wählergunst.

Also nur die Ruhe...
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Foxbat
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Anmeldungsdatum: 26.07.2004
Beiträge: 921

BeitragVerfasst am: Mi Apr 18, 2007 11:39:30 
Titel:
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Jede andere Partei wäre nach all den Skandalen (BAWAG, Proksch Affäre etc... will jetzt nicht alles aufzählen) politisch mausetot. Nicht aber die SPÖ, die sich auf ihre Stammwähler verlassen kann, egal was passiert. Das ist die eigentliche Gefahr für Österreich und deshalb schaut auch unser Staatshaushalt entsprechend aus, ohne daß dies eine Konsequenz für die SPÖ gehabt hat.

De facto ist Österreich dank der SPÖ ja eigentlich pleite. Dennoch wird sie gewählt, weil ja so wunderbare Sachen wie die Grundsicherung versprochen werden oder 1 Eurofighter weniger ist 10.000 Arbeitsplätze mehr. Mad
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nacktmull70
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Anmeldungsdatum: 10.04.2007
Beiträge: 348

BeitragVerfasst am: Mi Apr 18, 2007 15:13:38 
Titel: Bei aller Skepsis Herrn Darabos gegenüber...
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Die tief greifenden, strukturellen Probleme der Landesverteidigung bestehen schon lange, und hätten von der Offiziersgesellschaft auch durchaus früher in dieser Form kritisiert werden können - eigentlich sogar kritisiert werden müssen.

Den Aufruf des Präsidenten der OG habe ich - als Mitglied der OG, aber auch als normaler Staatsbürger - aus genau diesem Grund auch als ziemlich problematisch empfunden.

Zugegeben, was derzeit seitens des Ministeriums in Sachen Eurofighter an Stuß verbrochen wird, ist leider selbst in der an Blödheiten nicht armen Geschichte des ÖBH ziemlich einzigartig. Und derlei verlangt daher in einer offenen Gesellschaft auch entsprechenden kompetenten Widerspruch.

Aber es bleibt doch ein schaler Nachgeschmack, wenn man ausgerechnet jetzt - bei einem "roten" Verteidigungsminister - derart auf die Barrikaden steigt, denn an Desinteresse der Handlungsträger bzw. mangelnder politischer Loyalität gegenüber der Armee hat es leider in den vergangenen Jahrzehnten selten gemangelt. Im Speziellen ist uns der Murks mit der in fragwürdiger Form gelaufenen Eurofighter-Beschaffung nicht von der SPÖ eingebrockt worden.

Wenn man jetzt mit derart schwerem Geschütz an die Öffentlichkeit geht, müßte man sich ehrlicherweise in derselben Presseaussendung dafür entschuldigen, daß man das erst jetzt tut. Und daß im Grunde bereits einige Amtsvorgänger von Herrn Darabos eine solche Reaktion verdient hätten - warum sie damals auch immer unterlassen wurde...
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Manny24_1
schaut öfters hier rein
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Anmeldungsdatum: 06.04.2007
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: Mi Apr 18, 2007 15:23:28 
Titel:
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Hm...vielleicht is die aktuelle Geschichte einfach der berühmte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat...[/list]
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Nikolaus
Gast





BeitragVerfasst am: Mi Apr 18, 2007 17:50:48 
Titel:
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Ich finde die Idee durchaus begrüßenswert, aber die konkrete textliche Formulierung fraglich bzw. nicht zielführend.

Wenn man davon ausgeht, dass diese Message beim Gegenüber ankommen soll, dann sollte man auf unpassende Vergleiche ("Appeasement" und "Islam") verzichten, sonst bietet man zu viel Angriffsfläche. Der Vergleich ist meiner Meinung nach nicht angemessen und kontraproduktiv, da unnötig polarisierend. Professionelle PR bewirkt halt mehr als alle guten Absichten.
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senator
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Anmeldungsdatum: 21.02.2007
Beiträge: 669

BeitragVerfasst am: Mi Apr 18, 2007 18:22:17 
Titel: Nikolaus
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Ich finde den Birkmayer´schen Artikel für richtig und notwendig.

Natürlich könnte man sachtere Formulierungen wählen, aber dann würde eben genau die Brisanz fehlen, die nötig war um in eine breite Diskussion zu kommen.

So gesehen finde ich es mehr als legitim, da und dort die Situation auch zu überzeichnen.

Bemerkenswert finde ich es aber auch, daß die OG jahrelang Missstände akzeptiert hat, nie in die Diskussion damit ging und damit nun selbstverständlich Gefahr läuft, genauso parteipolitisch zu agieren, wir das der Darabos zweifelsfrei macht.

Da aber die LRÜ - Diskussion mittlerweile an Geschmacklosigkeit fast nicht mehr zu überbieten ist, will ich dem Herrn Birkmeyer sein bisheriges Schweigen einmal nachsehen.
Bitte schaut doch einmal auf orf.at in das Eurofighter-forum.
Wer da nicht kotzen muß, der hat aber einen sehr stabilen Verdauungsapparat.
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pg
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Anmeldungsdatum: 05.02.2006
Beiträge: 1558

BeitragVerfasst am: Mi Apr 18, 2007 19:48:49 
Titel:
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nacktmull70 hat folgendes geschrieben:
Die tief greifenden, strukturellen Probleme der Landesverteidigung bestehen schon lange, und hätten von der Offiziersgesellschaft auch durchaus früher in dieser Form kritisiert werden können - eigentlich sogar kritisiert werden müssen.


Ja. Sind sie teilweise auch, aber nicht auf diesem Niveau bzw. mit dem Charakter eines Aufrufes.

Als unter Fasslabend (?) das Budget unter 1% BIP gefallen ist, hats jede Menge "Kommentare" gegeben, etc.


Zitat:
Den Aufruf des Präsidenten der OG habe ich - als Mitglied der OG, aber auch als normaler Staatsbürger - aus genau diesem Grund auch als ziemlich problematisch empfunden.


Er ruft ja nicht zum Putsch o.ä. auf, sondern rüttelt die halbwachen Geister, die sich noch nicht verabschiedet haben, auf.

Andersherum: Wenn Präsidenten von Ärztekammer, Richtervereinigung usw. via Tageszeitungen (!) den eigenen Ministern Beschwerden übermitteln, ist das fast schon Gewohnheit.

Es wird eben mit Unmut kommentiert, dass Darabos in mehrfacher Weise "rote Linien" übertritt. Da die Chance, dass das so weitergeht groß ist, kann man auch die Motivation dieses Aufrufes verstehen.

Zitat:
Aber es bleibt doch ein schaler Nachgeschmack, wenn man ausgerechnet jetzt - bei einem "roten" Verteidigungsminister - derart auf die Barrikaden steigt


Bei den "Leistungen" die Darabos vorlegt, kann man getrost seine Parteizugehörigkeit und seine bewusst "antimilitärisch motivierte" Zivildienervergangenheit vergessen.

Mit religiösem Eifer werden Inhalte von der HP entfernt, Texte umgestaltet, Ausstellungsstücke retourniert, eine Taskforce "zur Verhinderung des EF" eingerichtet, der UA als größter Verbündeter (der Landesverteidigung etwa?) betrachtet, desweiteren die Verkürzung des GWD auf gesetzliche Basis gestellt, und - eine für einen österr. VM wahnsinnig wichtige Tätigkeit - das Streumunitionsverbot betrieben. Conclusio: Alles was auf ein "weniger Militär" hinausläuft. Dass D. rot ist spielt bei der Leistungsbilanz aber wirklich keine Rolle mehr!

Zitat:
Im Speziellen ist uns der Murks mit der in fragwürdiger Form gelaufenen Eurofighter-Beschaffung nicht von der SPÖ eingebrockt worden.


Mit Ausnahme der wirklich kritikwürdigen Verminderung auf 18 sehe ich den großen Murks nicht. Weder in der Typauswahl, noch in Bestellverfahren, Vertragsgestaltung, etc.

Die Öffentlichkeitsarbeit war schwach, gehört m.M. aber nicht direkt zur Beschaffung, sondern hätte als begleitende Maßnahme deutlich besser laufen können.

Zitat:
Wenn man jetzt mit derart schwerem Geschütz an die Öffentlichkeit geht,


Schwere Geschütze schauen anders aus; sh. auch meinen Kommentar zu anderen Interessensvertretungen.

Nikolaus hat folgendes geschrieben:
Wenn man davon ausgeht, dass diese Message beim Gegenüber ankommen soll, dann sollte man auf unpassende Vergleiche ("Appeasement" und "Islam") verzichten, sonst bietet man zu viel Angriffsfläche. Der Vergleich ist meiner Meinung nach nicht angemessen und kontraproduktiv, da unnötig polarisierend.


Sehe ich ganz genau so! Das verkleinert auch ganz automatisch die Zielgruppe seines Aufrufes. Entweder ein taktischer Fehler oder kalkulierte Absicht, nur "ganz bestimmte Meinungsbefürworter" um sich zu versammeln.
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FreeFlyer
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Anmeldungsdatum: 30.01.2007
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: Do Apr 19, 2007 09:39:08 
Titel: Re: Bei aller Skepsis Herrn Darabos gegenüber...
Antworten mit Zitat

...

Zuletzt bearbeitet von FreeFlyer am Mi Aug 08, 2007 19:49:36, insgesamt einmal bearbeitet
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nacktmull70
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Anmeldungsdatum: 10.04.2007
Beiträge: 348

BeitragVerfasst am: Do Apr 19, 2007 09:56:03 
Titel: Zum Posting von pg
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Du hast mit Deinen Bemerkungen m.E. nach insofern recht, als Darabos in der Tat eine neue Qualität in das politische Mißmanagement des Bundesheeres zu bringen scheint. Und damit sind in einer demokratischen Gesellschaft natürlich auch drastischere Einsprüche als bisher durchaus gerechtfertigt.

Aber: wir Offiziere des Bundesheeres sind nicht irgendeine Berufsgruppe.

Es mag schon sein, daß Vertreter der Apothekerkammer in regelmäßigen Abständen in Zeitungsinseraten "ihrem" Minister Grobheiten an den Kopf werfen. Für uns haben aber andere Verhaltensregeln zu gelten, da die Armee ein wesentlich politisch sensiblerer Bereich ist, als das Gesundheitswesen. Und wir (zumindestens meiner Meinung nach) daher extrem vorsichtig sein müssen, um nicht den Eindruck zu erwecken, daß wir den Primat der Politik zu untergraben versuchen. Nur weil sich die Politik an keine Spielregeln mehr hält, heißt das noch lange nicht, daß wir auch damit anfangen dürfen.

Mißversteh mich bitte nicht: den absoluten Vorrang der Politik zu achten heißt für den Soldaten nicht, daß er jeden von oben verordneten Blödsinn stillschweigend hinzunehmen hat.

Aber wir haben in unserem Staat halt nur bis zu einem gewissen Punkt ein Widerspruchsrecht - mehr als lautstark darauf hinweisen, daß (wieder einmal) gerade eine Riesenblödheit abläuft, steht uns nicht zu. Und das ist auch sehr gut so. Wenn der Wähler die Schuldigen an der Blödheit dann bei der nächsten Wahl nicht abwatscht - nun, dann können (und dürfen) wir auch nichts tun.

Für mich war der Aufruf des Präsidenten - den ich im Grunde durchaus befürworte, denn es läuft ja derzeit einiges extrem schief - vor allem von seiner m.E. nach zu kontroversiellen Formulierung her nicht geglückt. Die Bemerkung mit dem Islamismus hätte er sich - auch wenn er vielleicht in einer gewissen Weise damit gar nicht so unrecht hat - schenken können.

Immerhin hat er etwas unternommen, und damit ja auch eine Diskussion angeregt. Aber ich bleibe auch bei meinem Einwand zum Zeitpunkt: Darabos ist ein extremer Fall von Heeresfeindlichkeit, aber das Mißmanagement hat schon viel längere Tradition.

Damals ist halt auch von der OGW "Appeasement" betrieben worden - wohl in der Hoffnung, daß diverse Amtsvorgänger "doch nicht so schlimm sein werden". Ha.
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Patriot
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Anmeldungsdatum: 26.07.2004
Beiträge: 239
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Do Apr 19, 2007 10:38:25 
Titel: Re: endlich einmal ein Österreicher, der Zivilcourage zeigt.
Antworten mit Zitat

senator hat folgendes geschrieben:
Das Eurofighter Forum auf orf.at bezeugt eindeutig, das österreichische Niveau.
Ich erfahre von immer mehr Menschen, die sich mittlerweile schämen, Österreicher zu sein.


Ja wenn es nur das ORF Forum wäre. Da könnte man sich ja in die (sicherlich nicht allzu weit hergeholte) Theorie flüchten, dass dort nun wirklich das Allerdümmste postet, das unser Land zu bieten hat Embarassed Blöderweise hört es aber damit nicht auf. Wir leben in einem Land, in dem eine beängstigend große Gruppe von Menschen absolute SPÖ-Stammwähler sind; damit meine ich die Leute, die bei jeder Wahl mit 1000%iger Sicherheit ihr Kreuzerl bei SPÖ machen und zwar absolut Wurscht wie das Wetter ist. Das ist totale politische Ignoranz und echtes Scheuklappen-Tragen - jeder der schon mal mit solchen Sozi-Fundis gesprochen und diskutiert hat, weiß was ich meine. Völlig egal was man da an Argumenten bringt, völlig egal wie total unfähig sich die roten Minister auch anstellen mögen, es wird rot gewählt auf Teufel komm raus und nicht eine Millisekunde mit dem Gedanken an eine Alternative vergeuded. Genau das ist ja auch der Grund, warum es in Wahrheit ganz und gar egal ist, ob SPÖ nun Wahlversprechen einhält oder nicht und ob sie nun eine "gute" Regierungsarbeit leistet oder nicht.
Wir leben in einem Land, in dem eine beängstigend große Gruppe von Menschen, die Kronen Zeitung liest - ein Phänomen das nirgendwo sonst möglich ist. Wenn man auch nur einen Atemzug lange objetiv über die Krone nachdenken würde, würde man sofort erkennen wie manipulativ und populistisch dieses Schmierblatt ist - aber: Fehlanzeige.
Wir leben in einem Land, in dem über depperte 18 Abfangjäger Jahrelang gestritten wird und man mit "Anti-Sicherheitspolitik" viel politisches Kapital schlagen kann.
Die Liste wäre noch sehr lange fortzusetzen....
Der Österreicher ist raunzert, er ist arrogant, xenophob und er ist leider auch ziemlich dumm.
Also ja, man kann sich schon wirklich schämen, Österreicher zu sein.

Und ich denke nicht, dass ganz Europa über uns lacht. Das hat man vielleicht vor etlichen Jahren noch getan, aber mittlerweile dürfte den Partnern in der EU das Lachen ebenso im Halse stecken geblieben sein wie der EADS. Das ist nämlich längst nicht mehr komisch sondern nur noch unglaublich...
_________________
Si vis pacem, para bellum!
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Prometheus
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Anmeldungsdatum: 21.09.2006
Beiträge: 3779

BeitragVerfasst am: Do Apr 19, 2007 10:44:11 
Titel: Peter Pilz hats auch gelesen...
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und antwortet:

Zitat:
...
Der Aufruf zum Angriff auf den Verteidigungsminister stammt von Peter Birkmayer, einem Oberst des Intendanzdienstes. Er macht als Präsident der Wiener Offiziersgesellschaft gegen seine Minister mobil. Die Zeitung der Offiziersgesellschaft, die das in ihrer Märznummer abdruckt, heißt bezeichnend „Unser Auftrag“.

„Gezielte Interventionen, kompetente Sachverhaltsdarstellungen“ – das ist deutlich genug. Ein hoher Offizier ruft auf, den Minister und seine Mitstreiter mit Anzeigen einzudecken. „Antreten zum Angriff!“ so lautet das Kommando eines hoch aufgeregten Milizoffiziers. „Abtreten!“ Das kann wohl nur die Antwort des Ministers sein.
...


http://www.peterpilz.at/

bei kritik gleich rausschmeisen? Herr pilz lässt tief blicken.
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Toghar
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Anmeldungsdatum: 19.04.2007
Beiträge: 11
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: Do Apr 19, 2007 19:27:13 
Titel:
Antworten mit Zitat

Mich wunderts nicht das das die Offiziere gegen die jetztige Führung rebellieren.

Ich frag mich ja wer Darabos als VM ausgewählt hat!!
Auf jeden fall hab ich noch nichts gehört ausser dass er das BMLV zu grunde richtet
_________________
Death is a Release, Not a Punishment
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wolf gotthard
schaut hin und wieder rein
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Anmeldungsdatum: 19.04.2007
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: Do Apr 19, 2007 23:02:48 
Titel: Überforderung einer Institution und Schuldumkehr der Politik
Antworten mit Zitat

Eine kurze Stellungnahme zur Vergangenheit des Bundesheeres:
Konservative Kreise haben sich immer für die Landesverteidigung ausgesprochen, und sind dafür von links in den Faschismusverdacht aufgenommen worden, was die Stellungnahme pro Bundesheer nicht erleichtert hat. Die SPÖ hat in allen Jahrzehnten die Institution Bundesheer immer in ihren Erwartungen überfordert bei gleichzeitiger Ausdünnung der Mittel. Mit dieser Strategie wurde das Image der Armee stets schlecht gemacht.

Der Kauf der Abfangjäger verlief ohne Probleme. Es ist der Ausschuß, der viel Wind macht, dabei noch keine Ergebnisse zeitigt. Drumherum werden Gerüchte gesponnen und der eine oder andere Experte wird zum Selbstzweck nach seiner Einschätzung gefragt. Das blamiert nicht die Regierung, die die Nachbeschaffung von Jägern abgeschlossen hat, sondern die unseriöse Zwischenberichtserstattung der politischen Gegner des Projekts und der Medien.
Es scheint nur ein österreichisches Phänomen zu sein: Jemand spricht eine Anschuldigung aus und läßt seiner Empörung freien Lauf, und, anstatt die Ergebnisse abzuwarten, wird in den Kanon der Empörten eingestimmt.
Das macht es auch so schwer, wenn sich ein Wirbel als grundlos herausstellt, die Beschuldigten zu rehabilitieren. Es interessiert sich niemand dafür, wenn es nicht mit Emotion und Entrüstung zugeht, die sich da Luft macht.

Ich finde es schäbig, dass die Menschen meinen, sich für das Land schämen zu müssen, und damit nicht das Gezeter meinen, sondern die Angeklagten, deren Schuld noch in keinster Weise erwiesen ist.
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