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maro
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
Beiträge: 2692
Wohnort: N48°204014 E16°344988

BeitragVerfasst am: Mo Apr 16, 2007 21:46:24 
Titel: Knoll über Eurofighter und Stealth (HOCHINTERESSANT!)
Antworten mit Zitat

Zitat:

Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): Das ist für mich der eigentlich interessante Teil. Sie schreiben unter diesem Punkt „2.2 Einzelne Kriterien“: „Das Bewertungsverfahren sieht vor, dass die Angebote nach einem vorgegebenen Bewertungskatalog auf die Erfüllung zu prüfen sind. Andere im Rahmen der Bewertung auftretende Vorteile eines Systems bleiben dabei unberücksichtigt.

„Dies traf beispielsweise beim Punkt 5.9.4.4 betreffend der radarabsorbierenden Farbgebung zu.“

Und dann sagen Sie weiter unter Punkt 2.2.2: „Eine ähnliche Verzerrung ist aus Sicht UK-T im Punkt 2.2.6.3.8, Notsender/Empfänger entstanden.“

Unten nennen Sie dann noch einmal eine Verzerrung, nämlich in „den Punkten 2.26.1.1.B Angabe der redundanten Bauteile und 5.9.4.3 IR-Remissionswert“.

Das sind doch erhebliche Einwände, die eigentlich indizieren hätten müssen, dass man sich noch länger mit der Sache hätte beschäftigen müssen. Das sind ja durchaus gewichtige Einwände.

Dipl.-Ing. Andreas Knoll: Ich wollte diese – jetzt sage ich es im Sinne des Untersuchungsausschusses – Wahrnehmungen durchaus dokumentiert haben. Aber eines ist auch klar: Im Nachhinein ein Bewertungsverfahren zu ändern, das ist nach meinem Verständnis nicht zulässig. Ich wollte nur sozusagen für die Geschichte und künftige Projekte sagen: Leute, passt auf, da hat man vielleicht irgendwann einmal nicht genug erfahrene Leute mit einbezogen. Bei dem Radar ist nämlich ...

Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): Ihre Conclusio ist aber eine andere. Sie sagen: „Diese und ähnliche Punkte wären zumindest im Endbericht zu erwähnen und als Pro und Contra für die Vergabeempfehlung darzustellen.“

Ich sage es gleich dazu, das ist nicht geschehen. Haben Sie es verlangt?

Dipl.-Ing. Andreas Knoll (ein Schriftstück in die Höhe haltend): Das ist alles! Mehr habe ich nicht abgegeben.

Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): Und darauf ist man nicht eingegangen? (Dipl.-Ing. Knoll: Ja!) – Halten Sie das nicht für einen Mangel?

Dipl.-Ing. Andreas Knoll: Ich persönlich hätte es getan. Aus welchen Gründen es einer nicht tut oder tut – ich hätte es getan. Aber noch einmal: Ich glaube sogar, die Frau Abgeordnete Fekter hat das vorher zitiert, das ist ja dann später zu diesem Bericht dazugekommen und ist dokumentiert. Das ist nicht verschwunden, dieses Papier. Es liegt in einem Akt bei.

Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): Das wäre ja noch schöner, wenn das verschwinden würde! Wundern täte es mich zwar auch nicht, aber dass man den Umstand, dass es nicht verschwunden ist, noch als Heldentat herausstreicht, ist ein bisschen zu viel verlangt.

Gehen wir aber der Reihe nach vor. Ist es ein Problem, dass die radarabsorbierende Farbgebung nicht eingehend untersucht wurde? Können Sie uns das erläutern, worin das Problem besteht?

Dipl.-Ing. Andreas Knoll: Es ist ein Problem. Für mich ist es klar ersichtlich. Ja, die Technik geht weiter, die Formgebung des Gripen lässt einen höheren Radarquerschnitt erwarten als die Formgebung des Eurofighters. Beim Eurofighter sind die Triebwerkseinlässe so konstruiert worden, damit die Einlassleitschaufeln des Triebwerks möglichst wenig Radar reflektieren. Und das ist so weit gemacht worden – jetzt kommen wir schön langsam in NATO-Restricted oder -Geheim –, dass man sich die Kosten eines radarabsorbierenden Anstrichs gespart hat. Andere müssen einen radarabsorbierenden Anstrich machen. Vielleicht ist diese Leistungsbeschreibung, ja, hätte man dort hineinschreiben können, oder andere Maßnahmen ...

Ich würde sagen, bewerten Sie den radarabsorbierenden Anstrich oder andere Maßnahmen, und dieses „oder andere Maßnahmen“ hat bei der Leistungsbeschreibung gefehlt, und auf diesen Mangel wollte ich hinweisen. Ich glaube, dann schreibe ich weiter: Dann hätte der Eurofighter null Punkte bekommen – nein, ich nenne da keinen Typ. So habe ich geschrieben: „Die Antwort eines Bieters ,der angebotene Anstrich hat keine radarabsorbierende Wirkung’ ist richtig und führte zu 0 Punkten. Andere Maßnahmen zur Reduktion der Radarreflexionen wie die verwendeten Materialien und Bauformen“ – auf die habe ich gerade hingewiesen – „mussten jedoch unberücksichtigt bleiben.“

Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): Welches Modell war es, das hier null Punkte bekommen hat, obwohl dieser Anstrich angeboten wurde?

Dipl.-Ing. Andreas Knoll: Meines Wissens, ich habe die Tabellen jetzt nicht vor mir, aber aus der Erinnerung war das der Eurofighter, der null Punkte bekommen hat, weil er keinen radarabsorbierenden Anstrich hat. Du hast keinen: Null. Du hast einen: Je nachdem, wie gut er ist, da gibt es noch qualitative Unterschiede, kriegst du 1, 2, 5, 8 bis zu 10 Punkte. Aus, Ende.

Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): Also der Eurofighter hat keinen radarabsorbierenden Anstrich?

Dipl.-Ing. Andreas Knoll: Nein, braucht er nicht.

Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (FPÖ): Warum nicht?

Dipl.-Ing. Andreas Knoll: Weil er so gut konstruiert ist, dass er so wenig Radarreflexion bietet. Den müssen Sie erst einmal finden! Das ist eine hochwissenschaftliche Geschichte. Ich bin zwar Nachrichtentechniker, aber die verwendeten Materialien, die Baukonstruktion und die Kanten, wie man sie ausstattet, das alles ergibt gute oder schlechte Radarreflexionseigenschaften, und der Eurofighter ist eben im Bewusstsein, möglichst wenig Signatur zu bieten – Stealth-Technologie ist das –, von Anfang an konstruiert worden. Und das haben die offensichtlich perfekt machen können.



Hihi - eine "Österreichische Bewertung" - die bessere technik bringt NULL Punkte....saaaaaagenhaft!
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Eurofighter Typhoon Die modernste Technik ist doch nicht blöd, Mann!
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Martin Rosenkranz
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John Galt
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Anmeldungsdatum: 15.01.2005
Beiträge: 1239

BeitragVerfasst am: Di Apr 17, 2007 12:55:58 
Titel:
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"Radarabsorbierender Anstrich"? Häh?

Ich habe zwar mal von "Visual Stealth" gehört, bei der die Luminanz der Flugzeugunterseite der des Himmels angepaßt wird, aber radarabsorbierende Beschichtung? Die meinen doch nicht etwa die güldene Beschichtung einer F-16-Kanzel?

Mich würde mal der tatsächliche RCS des EFs interessieren.
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Helmut
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
Beiträge: 3025

BeitragVerfasst am: Di Apr 17, 2007 13:32:45 
Titel:
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Doch, sowas gibts, is gar nicht mal so neu.

Ich nehm an (aus meiner Zeit als Lackingenieur von vor seeeeeehr langer Zeit) das die da mit plättchen-artigen Strukturen im eigentlichen Bindemittel oder so arbeiten - die "Farbwechsel" Lacke wie zb. an dem einen Nokia damals (der je nach Sichtwinkel Violett oder Grün war) funktionierten so ähnlich.

Durch die gleichartige Anordnung vieler kleiner Plättchen kriegst du dann einen Effekt auf die Lichtwellen - das müsste natürlich auch mit Radarstreuung oder so funktionieren.
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Canard
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Anmeldungsdatum: 16.01.2007
Beiträge: 318

BeitragVerfasst am: Di Apr 17, 2007 13:39:52 
Titel:
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Feritlack, Eisencarbonyl, Ruß (Schornsteinfeger) etc. wird zur Reduktion der Radarreflektion benutzt, wenn man in Blech- und Beulentechnik baut. wink
Ist ja auch nur ein Betriebskostenfaktor, ob man Radarlack benötigt oder nicht. Kostet ja kein Geld und bereitet ja überhaupt keine Probleme, das im Feld zu reparieren und ist (vollkommen un)giftig. lol Antiradarlack verträgt sich ja so gut mit Feuchtigkeit, Eis und Schnee. Das gibt es ja bekanntlich alles nicht in Österreich.
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Canard
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Anmeldungsdatum: 16.01.2007
Beiträge: 318

BeitragVerfasst am: Di Apr 17, 2007 13:47:09 
Titel:
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Schonsteinfeger wurde im zweiten Welkrieg eingesetzt um die Schnorchel fürs Radar unsichtbar zu machen. Das war natürlich nur bedingt seewasserfest. Eisencarbonyl wurde in den 60er bei der U2 eingeführt.
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Porsche
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Anmeldungsdatum: 19.03.2005
Beiträge: 712

BeitragVerfasst am: Mi Apr 18, 2007 13:11:49 
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Da verhalten sich Radarstrahlen nicht anders wie Licht. Es gibt Materialien, die besser reflektieren als andere. Dies kommt auf die Oberfläche an.

Was den EF angeht ist das recht einfach, das Material der Außenhülle schluckt von sich aus schon Radarstrahlen, daher muss man keine extra Schicht aufbringen, die das übernimmt. Hingegen bei einem älteren Flugzeug wie einem Tornado macht das mehr Sinn. Da ich ja wegen Stealth nicht einen komplett neuen Rumpf bauen will, daher bringe ich eine neue Oberfläche (Farbe) auf, die den selben Effekt hat.

So hat der EF zu großen Teilen eine Außenhülle aus Verbundstoff, während bei älteren Flieger hier Metalle noch gängig waren.
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