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maro
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Anmeldungsdatum: 24.07.2004
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BeitragVerfasst am: Sa Feb 17, 2007 02:05:22 
Titel: Bergner ?ber ntwicklungsunterschied Gripen/EF
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Zitat:
Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZ?): Das hei?t, Sie stehen jetzt eigentlich dem Ausschuss zur Verf?gung als wirklich jahrzehntelanger Luftfahrttechnikexperte. Daher habe ich folgende Frage an Sie als den Experten: K?nnen Sie uns den konkreten Entwicklungsunterschied zwischen dem SAAB Gripen und dem Eurofighter Typhoon erkl?ren?

Dr. Klaus-Dieter Bergner: Ich bin nicht wirklich der gro?e Spezialist, weil ich mich wirklich die letzten 15 Jahre mit dem, was ich Ihnen hier dargelegt habe, besch?ftigt habe. Nur: Eurofighter ist einfach ? das ist, glaube ich, auch hier im Untersuchungsausschuss herausgearbeitet worden ?, sagen wir einmal, weltweit das wettbewerbsf?higste Produkt. Da sind alle Technologien, ?ber die die Partner dieses Programmes verf?gen, eingeflossen. Wir haben vier europ?ische Partner, die eingebunden sind in das Airbus-Projekt, die eingebunden sind in den Eurocopter, den europ?ischen Hubschrauber; die eingebunden sind in eigentlich alle Projekte, die in Europa zivil und milit?risch laufen. Die EADS ist vernetzt mit allen wesentlichen europ?ischen Firmen ? ?brigens auch mit SAAB Gripen.

Der wesentlichste Unterschied des Eurofighters zum SAAB ist meiner Meinung nach, dass SAAB ein Flugzeug ist, wo man aus den verschiedensten L?ndern verschiedenste Technologie integriert hat: Das Triebwerk und ein Teil der Avionik kommen aus den USA; die Zelle ist entwickelt worden in Schweden. Soweit ich wei?, kommt der Schleudersitz aus Gro?britannien; die Flugsteuerung zum Teil von Dassault, Frankreich, und so weiter. Also man hat mehr oder weniger auf existierende Systeme zur?ckgegriffen und daraus ein modernes Flugzeug gebaut.

Der Eurofighter ist nach v?llig neuen Prinzipien entwickelt worden. Ich habe das gesagt: Wenn Sie nur die Zelle nehmen, also das, wo man die Ger?te einbaut und das Triebwerk einbaut ? das Ding ist fast komplett aus Kohlefaser und Glasfaser, damit wartungsfrei. Bei Aluminium haben sie nach einer gewissen Zeit Haarrisse, Nieten ausgeschlagen. Da muss der Flieger in die Depot-Instandsetzung, steht mehrere Monate in der Depot-Instandsetzung, steht dem Flugbetrieb nicht zur Verf?gung. ? Das ist beim Eurofighter nicht der Fall.

Die Erfahrungen der deutschen Luftwaffe im Moment sind, nachdem sie am Anfang sehr viel Schulung, sehr viel Training gemacht haben, dass der Eurofighter heute bis zu f?nfmal am Tag fliegen kann. Das ist eigentlich ein Ding, was weltweit zum ersten Mal geschieht ? au?er in kriegerischen Situationen. Der Eurofighter landet, man schlie?t die Ger?te an, checkt, alles in Ordnung, wird aufgetankt ? und fliegt sofort wieder los. Der wird inzwischen betrieben ? wie ein Airbus ? on condition. Und das ist einfach ein v?llig anderes Prinzip zu allen existierenden Flugzeugen bisher, weil es nach anderen Prinzipien konstruiert ist. Und daher glaube ich auch alle Kosten, die ja immer wieder diskutiert werden, nicht. Meiner Meinung nach ist die Kostenfrage eine ganz andere, im Bereich von insgesamt, was wei? ich, 6, 8, 10 Prozent ? wenn ?berhaupt.

Ich wei?, dass zum Beispiel ? wenn ich das noch ausf?hren darf ? die ?sterreicher sechs verschiedene Missionen, glaube ich, gerechnet haben, die das Luftraum?berwachungsflugzeug standardm??ig in ?sterreich fliegt. Der Unterschied im Kraftstoffverbrauch zwischen SAAB Gripen und Eurofighter war im Bereich ? aus meiner Erinnerung ? 6 bis 8 Prozent, da der Eurofighter das modernste Triebwerk hat, das es im Moment weltweit gibt, entwickelt durch vier europ?ische Nationen.

Der Eurofighter kann ohne Nachbrenner starten. Damit Sie wissen, was Nachbrenner hei?t: Ein Triebwerk hat vier verschiedene Komponenten: Verdichter, Brennkammer, Turbine und Schubrohr. Man spritzt beim Nachbrenner ?ber solche Rohre mit solchem Durchmesser (die Auskunftsperson zeigt mit den H?nden den Durchmesser des Rohres) Kraftstoff ins Schubrohr ein. Das ist dann so etwas wie ein ?Raketenantrieb?. Sie sehen das auch, wenn Sie mit dem Nachbrenner starten, dann haben Sie hinten diesen Kegel mit den verschiedenen Farben, stehende Wellen. Und dann verbraucht man unendlich viel Kraftstoff, denn da spritzt man wie mit dem Gartenschlauch Kraftstoff ein.

Der Eurofighter kann ohne Nachbrenner ? au?er es ist ein Alarmstart ? voll betankt und voll f?r die Mission vorbereitet starten. Er kann ?berschall fliegen ohne Nachbrenner, und das ist enorm viel Kraftstoff. Er hat zwei Triebwerke, die verbrauchen per se mehr Kraftstoff, aber wenn Sie die Mission rechnen ... ? Au?erdem kann er l?nger in der Luft bleiben ? SAAB Gripen, habe ich mir gemerkt, eine Stunde; Eurofighter zwei Stunden. Damit k?nnen Sie mehr erledigen. Sie m?ssen nicht zwischenlanden, wieder auftanken, wieder starten, wieder hoher Kraftstoffverbrauch.
Es sind viele Faktoren. Und ich kann nur immer wieder wiederholen, aus meiner ingenieurtechnischen Erfahrung: Das ist ein anderes Flugzeug, und alles, was hier an Zahlen behauptet wird, kann ich so nicht nachvollziehen.

Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZ?): In diesem Zusammenhang: Vielleicht ist es Ihnen bekannt oder wissen Sie, wieso Schweden Teile des SAAB Gripen bereits jetzt stilllegt?

Dr. Klaus-Dieter Bergner: Das w?re auch wieder eine Mutma?ung, aber ich denke einfach, der Kalte Krieg ist vorbei. Man hat mit anderen St?ckzahlen gerechnet; man hat auch mit einem gr??eren Exportprogramm gerechnet ? ganz klar. Es gab doch ziemliche Verstimmung zwischen uns und zwischen SAAB. Das hatten wir so nicht erwartet. Wir haben gedacht, es gibt einen fairen Wettbewerb, und im fairen Wettbewerb gewinnt eben immer irgendeiner.
Ich pers?nlich bin der Meinung, wir haben zwar formal diesen Wettbewerb gegen SAAB Gripen gewonnen, aber eigentlich hat ihn SAAB verloren: aus den bekannten Gr?nden. Sie waren sich einfach zu sicher, und sie haben Fehler gemacht, die man normalerweise nicht machen sollte.

Abgeordneter Mag. Gernot Darmann (BZ?): Zum Eurofighter Typhoon zur?ckzukommend: Wie hoch ist der rein europ?ische technische Anteil beim Eurofighter Typhoon?

Dr. Klaus-Dieter Bergner: Ich bin nicht der, der ihn entwickelt hat, aber in den hohen 90-er Prozent. Ich wei?, es gibt ein paar Schaltkreise, vielleicht sogar im Bereich Freund-Feind-Kennung und Kommunikation, da gibt es so etwas mit Link 16. Was NATO classified ist, da sind sicherlich amerikanische Bauteile drin. Das muss man auch beantragen. Wir haben das auch gemeinsam f?r ?sterreich beantragt. Aber es ist 95, 96 Prozent europ?isch. Alle gro?en Baugruppen: Triebwerk, Radar, alles europ?isch.

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Eurofighter Typhoon Die modernste Technik ist doch nicht blöd, Mann!
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Martin Rosenkranz
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